Der Europa-Meister: Austro-Türke Achim Türesin erster großer Sieger der EURO 2008!
- FORMAT: Größten UEFA-Merchandisingauftrag geholt
- Coup bringt Türesin zwischen 25 und 30 Mio. Euro

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2008 in Österreich
Ist "Hicke" der Richtige? Wird EM eine Blamage?
Ein Sieger der Fußball-EM 2008 steht schon fest: der Austro-Türke Achim Türesin, der sich jetzt von der UEFA den größten Auftrag für Merchandisingprodukte holte.
Achim Türesin denkt derzeit stets in gigantischen Kategorien. Etwa als der schillernde Textil-Tycoon türkischer Abstammung fürs Fotoshooting mit FORMAT nicht bloß seine noblen Firmenräumlichkeiten im Hietzinger Einkaufszentrum zur Verfügung stellte, sondern gleich das ganze Wiener Hanappi-Stadion für sich reservieren ließ - die 18.500 Zuschauer fassende Heimstätte von Rapid. "Ich kenne dort alle", erklärt Türesin, während er dem Platzwart die Hand schüttelt, "der Fußball liegt mir im Blut." Privat lässt sich der Millionär kein Match seines Lieblingsklubs Rapid entgehen, auch wenn der schon erfolgreichere Zeiten erlebt hat. Geschäftlich erzielte der bislang weitgehend unbekannte Unternehmer jetzt seinen wichtigsten Treffer: Dem 46-jährigen Wahl-Wiener gelang es, den umsatzstärksten Merchandisingauftrag zur Fußball-EM 2008 an Land zu ziehen: jenen zur Herstellung von Textilien wie Schals, Zierkissen, Strandtüchern und Bademänteln. Die sollen, versehen mit EM-Logo und den Konterfeis der Maskottchen Trix und Flix, weltweit die Kassen der Kaufhäuser zum Klingeln bringen.
Einnahmenschub
Für Türesins Textilunternehmen IPM Handels GmbH bedeutet der Zuschlag einen gewaltigen Einnahmenschub. 25 bis 30 Millionen bringt ihm der prestigeträchtige Auftrag der UEFA. Bei dem Coup stach IPM mit ihrem Offert dreißig Mitbewerber aus, unter anderem den zwei Milliarden Umsatz schweren italienischen Textilkonzern Radici. Demnächst kommen erste Produkte in den Austragungsländern Österreich und Schweiz auf den Markt, bis Jahresende folgen die großen europäischen Fußballländer.
Doch schon vor dem EM-Deal spielte Türesin, Spross einer mächtigen türkischen Militärfamilie, auf seinem Geschäftsfeld in der internationalen Top-Liga mit. In Türesins Fabrik in Denizli in der Westtürkei verarbeiten seine 3.000 Beschäftigten jeden Monat 250 Tonnen Baumwollgarn zu Textilien, pro Jahr exportiert er von dort aus Waren um satte 140 Millionen Euro in die ganze Welt.
Prominente Kunden
Über die Wiener Zentrale organisiert er die Lieferungen an seine Kunden - das Who's who der Handels-und Hotelbranche: Hofer, Peek & Cloppenburg, Intersport und Tchibo beziehen über die IPM Baumwollprodukte wie Frotteehandtücher; Hilton, Marriott und InterContinental kaufen Bettwäsche und Vorhänge. Sogar die Nobelmarken Hugo Boss und Ralph Lauren decken sich bei Türesin mit Frotteeprodukten ein. Doch als Referenz für den EM-Deal dienten dem umtriebigen Firmenchef vor allem Fußballmannschaften, denn er bestückt auch die europäischen Topklubs Manchester, FC Barcelona, AS Roma und Ajax Amsterdam mit entsprechend gebrandeten Fanartikeln.
Nach Do&Co-Gastronom Attila Dogudan, der sich für die EURO 2008 den imagestarken Cateringauftrag sicherte, ist Türesin nun schon der zweite Österreicher mit türkischen Wurzeln, dem die UEFA volle Auftragsbücher beschert. Wie Dogudan schlug auch der IPM-Boss sein Hauptquartier in Wien auf. Der Grund: Vor 26 Jahren kam Türesin zum BWL-Studium her, verliebte sich und gründete hier seine Familie.
Fußball in den Genen
Nun will der zweifache Vater, der bisher das mediale Rampenlicht gescheut hat, mit Dogudan auch in puncto Bekanntheitsgrad gleichziehen. Schließlich ist Türesins Clan einer der ältesten und angesehensten am Bosporus. "Ähnlich wie jener von Dogudan", sagt er mit Blick auf seinen Landsmann. Vom mütterlichen Zweig erbte er die Textilfabrik, die Disziplin brachte ihm sein Vater bei; der befehligte als Armeechef das türkische Heer. Schon sein Großvater war Fliegergeneral unter Atatürk und infizierte die Familie erstmals mit dem Fußballfieber, als er 1907 den heutigen Traditionsklub Fenerbahçe Istanbul gründete. Klar, dass Achim Türesin schon als Siebenjähriger bei Fenerbahce in der Jugendmannschaft kicken musste.
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