Cup-Sensation von Mattersburg: Favorit
Salzburg im Semifinale rausgeschmissen!
- Grandioser Kampfgeist: 3:2-Sieg nach Verlängerung
- Naumoskis Doppelpack bringt ein Ticket fürs Finale

Der SV Mattersburg vollbrachte im Halbfinale des ÖFB-Cups ein kleines Wunder: Die Burgenländer lagen nach einer halben Stunden gegen den haushohen Favoriten und Gastgeber Red Bull Salzburg bereits 0:2 zurück, glichen aber in der 2. Halbzeit nach einem Kraftakt die Partie noch aus und siegten in der Verlängerung schließlich durch ein Tor von Naumoski in der 110. Minute mit 3:2.
Zum ersten Teil der Cup-Doppelveranstaltung bot sich im sonst regelmäßig ausverkauften EM-Stadion Wals-Siezenheim ein ungewohnter Anblick: Halb leere Ränge und nur 7.500 Zuschauer. Die favorisierten Gastgeber zeigten sich davon unbeeindruckt. Nach der mit einem Jezek-Schuss von der Strafraumgrenze (2./knapp daneben) garnierten Anfangsviertelstunde schlugen Giovanni Trapattonis "Bullen" zum ersten Mal eiskalt zu.
Salzburg vor der Pause souverän
Jezek tankte sich links durch und flankte zu Aufhauser (15.), der von Patocka alleine gelassen aus kurzer Distanz volley zum 1:0 einschoss. Aufhauser hatte in seiner offensiv vorgezogenen Mittelfeld-Rolle auch schon am Samstag in der Meisterschaft gegen Rapid getroffen. In der Folge plätscherte die Partie dahin. Dazu passend setzte nach 25 Minuten ein Hagel-Schauer ein, der das 2:0 durch Steinhöfer (26.) umrahmte.
Vorausgegangen waren turbulente Szenen im SVM-Strafraum. Nach einem Traumpass von Carboni war Vonlanthen an Almer gescheitert, den Nachschuss von Zickler blockte Verteidiger Csizmadia ab, beim dritten Salzburger Versuch von Steinhöfer konnte der Ungar den Ball aber nur noch unter die eigene Latte ablenken. Steinhöfer rehabilitierte sich damit für sein Eigentor, das am 10. März zum 1:1 der Burgenländer geführt hatte.
Lederer auf die Tribüne verbannt
SVM-Trainer Lederer war das alles zu viel, er wurde wegen heftiger Kritik an Schiedsrichter Drabek von diesem auf die Tribüne geschickt. Der Verbannte sah in der ersten Hälfte noch eine vergebene Chance seines auf Kunstrasen indisponiert wirkenden Sturmtanks Carsten Jancker, den er in der 58. Minute durch Mravac ersetzte, sowie einen Latten-Streifschuss von Kühbauer (45.).
Die zweite Hälfte begann langweilig, der für Zickler (Faserriss in rechter Wade) eingewechselte Lokvenc (65.) sorgte mit seinem ersten Ballkontakt für die erste Gefahr, Almer lenkte den Ball aber an die Stange. Die Vorarbeit hatte Pitak geleistet, der für den ebenfalls angeschlagenen Aufhauser (Schulterprellung) gekommen war. Wie aus dem Nichts dann der Anschlusstreffer der Mattersburger durch Csizmadia (69.), der einen Eckball von Kühbauer per Kopf verwertete.
Naumoski erzielte Ausgleich in 83. Minute
Die Salzburger, die nach der Pause nur noch das Nötigste getan hatten, konnten den Schalter im Finish nicht mehr umlegen. Die Mattersburger drückten weiter und bejubelten in der 83. Minute den Ausgleich durch Stürmer Naumoski, der einen schweren Fehler von Kovac ausnützte, Kapitän Linke austanzte und zum 2:2 einschob. Die Gäste gaben sich mit dem Erreichen der Verlängerung aber nicht zufrieden. Bei einem Kopfball von Naumoski (86.) und einem Schuss von Patocka (91.) rettete Ochs seine "Bullen" in extremis.
Auch in der Verlängerung wirkten die Hausherren wie gelähmt. Mörz (100./verfehlte Hereingabe von Naumoski knapp) und Schmidt (101./drüber) hatten schon den Siegestreffer auf dem Fuß, ehe Naumoski (110.) mit seinem Kopfballtor zum 3:2 endgültig zum Helden wurde. Die Vorarbeit hatte wieder Kühbauer mit einem Corner geleistet. Alles in allem ein keinesfalls unverdienter Sieg des Außenseiters, der in den Schlussminuten in Person von Hanikel noch die Chance auf das 4:2 vergab.
Red Bull Salzburg - SV Mattersburg 2:3 n. V. (2:2, 2:0)
Wals-Siezenheim, 7.500, SR Drabek
Torfolge:
1:0 ( 15.) Aufhauser
2:0 ( 26.) Steinhöfer
2:1 ( 69.) Csizmadia
2:2 ( 83.) Naumoski
2:3 (110.) Naumoski
Salzburg: Ochs - Steinhöfer, Meyer, Linke, Dudic - Vonlanthen, Carboni, N. Kovac, Jezek (79. Winklhofer) - Aufhauser (63. Lokvenc) - Zickler (64. Pitak)
Mattersburg: Almer - Csizmadia, Sedloski, Patocka - Atan, Kühbauer, Mörz, Schmidt, Fuchs - Jancker (59. Mravac), Naumoski (115. Hanikel)
Gelbe Karten: Lokvenc bzw. Naumoski, Hanikel
(apa/red)
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