Sonntag, 18. März 2007

Sturm gewinnt Krisenduell: 2:0-Triumph der
"Blackies" im Grazer Derby gegen den GAK

  • Krammer und Filipovic schossen schwachen GAK weg
  • Rauchbomben: GAK-Fans provozierten fast Abbruch

Sturm hat zum Abschluss der 25. Runde das 129. Grazer Derby hoch verdient 2:0 (1:0) gewonnen. Die "Blackies" haben durch die Treffer von Krammer (3.) und Filipovic (91.) ihren nur kämpferisch überzeugenden Lokalrivalen noch tiefer in den Abgrund gestoßen, das auch finanziell schwer angeschlagene Tabellenschlusslicht liegt nun sechs Punkte hinter dem Vorletzten Altach. Sturm, das zudem noch je einmal Stange (Säumel) und Lattenkreuz (Filipovic) traf, verbesserte sich auf Rang acht. Für die negativen Derby-Höhepunkte sorgten Teile der GAK-Fans, die mit Feuerwerkskörpern und Rauchbomben vor der Pause beinahe einen Abbruch provoziert hätten.

Beim GAK gab es vor Anpfiff zur Abwechslung auch zwei positive Nachrichten. Einerseits durfte man sich über knapp 13.500 Zuschauer und dementsprechend viel Eintrittsgeld freuen, andererseits wurde Verteidiger Majstorovic eine Stunde vor Spielbeginn Vater eines Sohnes. Weniger erfreulich war hingegen anderes. Etwa die Tatsache, dass Coach Söndergaard Stürmer Skoro aus dem Kader warf, da der Bosnier offenbar nicht auf der Ersatzbank Platz nehmen wollte und daher am Vorabend eine angebliche Knieverletzung angab.

GAK-Fans erzwangen beinahe Spielabbruch
Auch einige Fans der "Rotjacken" halfen ihrer maroden Truppe nicht wirklich weiter, mit zahlreichen auf den Rasen geworfenen Feuerwerkskörpern und Rauchbomben brachte man dem GAK nicht nur eine mit Sicherheit hohe Geldstrafe, sondern beinahe auch einen Spielabbruch ein. Schiri Plautz musste das Geschehen auf Grund der Rauchentwicklung mehrmals unterbrechen und drohte nach etwas mehr als einer halben Stunde mit dem Spielende. GAK-Präsident Stephan Sticher und Kapitän Roland Kollmann griffen daraufhin zum Stadion-Mikro und versuchten, die Rauch-Produzenten zu beruhigen. In der Folge hielten sich diese dann zurück.

Frühe Führung für Sturm
Sportlich hatte Sturm, Präsident Hans Rinner wurde 44 Jahre alt, das Geschehen zu Beginn klar im Griff. Zunächst scheiterte Haas, der sein erstes Derby seit 9. Mai 2004 bestritt, an Fornezzi (2.), doch wenige Sekunden später war die Führung für die "Blackies" perfekt: Nach einem weiten Corner von Leitgeb spielte Haas volley zurück zur Mitte, dort ließ Krammer dem GAK-Goalie mit einem Schuss ins linke Eck keine Chance.

Goalie Fornezzi bester GAK-Akteur
Fornezzi, der mit großem Abstand beste GAK-Akteur, bewahrte den GAK gegen Leitgeb vor dem 0:2 (25.). Die Söndergaard-Truppe, die den gesperrten Muratovic schmerzlich vermisste, wurde erst unmittelbar nach einer mehr als fünfminütigen (Rauch-)Unterbrechung richtig wach, Berchtold und Perchtold scheiterten bei einer Doppelchance (38.), Cheetos verpasste mit einem schönen Fernschuss das rechte Kreuzeck nur knapp (40.). Im Gegenzug traf Sturm-Kapitän Säumel nur die rechte Stange (42.).

Filipovic sorgt in Nachspielzeit für Entscheidung
Nach der Pause hatte Sturm mehrere Chancen, den Sack vorzeitig zuzumachen, meist verhinderte dies jedoch Fornezzi. In Zusammenarbeit mit Akoto rettete der GAK-Goalie vor Haas (61.), gegen Filipovic war er ebenfalls auf dem Posten (65.). Akoto bremste den durchbrechenden Leitgeb per Trikothalten, sah jedoch nicht Rot, da auch Kollege Kujabi noch in Reichweite war (67.). Haas verpasste bei einem Konter das lange Eck nur knapp (83.). Fornezzi parierte einen Filipovic-Fernschuss (87.) und einen Haas-Versuch (90.). Die einzige Ausgleichschance vergab Schenk (80.).

In der Nachspielzeit machte dann Filipovic doch noch das längst fällige 0:2, der Serbe krönte seine gute Leistung mit einem Treffer aus 15 Metern. In der Grazer Derby-Bilanz gelang Sturm der 42. Sieg, der GAK hält weiter bei 46 Erfolgen. Seit 2000 war das 2:0 erst der sechste Sturm-Sieg gegen den GAK (9 Remis, 12 Niederlagen).

Reaktionen:
Lars Söndergaard (GAK-Trainer): "Wir hatten viele Spielanteile, sind aber nie wirklich gefährlich geworden. Das frühe 0:1 ist uns natürlich auch nicht entgegengekommen. Dadurch konnte Sturm eher mauern und auf Konter lauern. Unsere Lage ist dadurch natürlich nicht besser geworden."

Franco Foda (Sturm-Trainer): "Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden, mit dem Spiel nicht ganz. Wir haben aus unseren vielen Chancen zu wenig Tore gemacht. Wir müssen weiter arbeiten und dürfen nicht locker lassen und nach wie vor auf der Hut sein."

Mario Haas (Sturm-Stürmer): "Wir haben 90 Minuten sehr gut und kontrolliert gespielt. Vor allem in der ersten Hälfte haben wir richtig Gas gegeben. Nur die Chancen haben wir nicht gut genug genützt. Wir spielen den schönsten Fußball Österreichs und wollen oben bleiben."

(apa/red)

18.3.2007 18:15