Samstag, 17. März 2007

Auch Tirol kann Salzburg-Express nicht stoppen: Bullen gewinnen West-Derby 3:0

  • Pitak und zwei Mal Zickler sorgten für klaren Erfolg
  • Bereits 16 Punkte vor neuem Verfolger Mattersburg

Tabellenführer Red Bull Salzburg hat einen ungefährdeten 3:0 (2:0)-Erfolg gegen den FC Wacker Tirol gefeiert. Während die Salzburger mit dem Sieg ihrem Coach Giovanni Trapattoni ein schönes Geschenk anlässlich seines 68. Geburtstages bescherten und ihre eindrucksvolle Heimbilanz auf zehn Siege bei drei Remis verbesserten, blieben die Tiroler zum achten Mal erfolglos.

Die Tiroler mussten wie schon in den Partien gegen den GAK und die Austria schon in der ersten Hälfte einem 0:2-Rückstand nachlaufen. Nach einem Steinhöfer-Schuss und einer Pavlovic-Abwehr brachten die Tiroler den Ball nicht weg und Karel Pitak schoss mit seinem dritten Saisontreffer aus sieben Metern zum 1:0 ein (5.). Drei Minuten später streifte ein indirekter Jezek-Freistoß nur knapp am Tor vorbei.

Zickler bessert Tor-Konto weiter auf
Die Salzburger waren in der Folge zwar feldüberlegen, begnügten sich aber mit dem Notwendigsten. Trotzdem ging der Tabellenführer mit 2:0 (35.) in Führung. Der im Strafraum von Kovac ideal freigespielte Schweizer Teamspieler Vonlanthen scheiterte zwar an Gäste-Keeper Pavlovic, dessen Abwehr sprang aber genau vor die Füße von Alexander Zickler, der aus elf Metern zu seinem 19. Saisontreffer kam. Die Tiroler wurden in der EM-Arena vor 16.000 Zuschauern nur bei einem Mader-Volleyschuss aus 18 Metern, der von Salzburg-Keeper Ochs weggefaustet wurde, gefährlich (40.).

Nach dem Seitenwechsel wurde die Partie lebendiger und abwechslungsreicher. Auf Seiten der Tiroler sorgten Hölzl, Schrott und Aganun für gute Szenen, beim Tabellenführer hatten Zickler, Pitak und Steinhöfer das 3:0 auf den Beinen. Dieses fiel auch in der 73. Minute durch "Goalgetter" Zickler, der mit seinem 20. Saisontreffer seine Führung in der Torschützenliste weiter ausbaute.

Der Deutsche verwandelte einen Foulelfmeter - Vonlanthen war von Aganun im Strafraum unnötig gefoult worden - im zweiten Anlauf, nachdem Schiedsrichter Fritz Stuchlik diesen in seinem 230. Bundesligaspiel wiederholen hatte lassen.

Japan-Import Alex weiter mit Problemen
In den Reihen des Tabellenführers kam es in der 60. Minute zu einem "Japaner-Wechsel". Alex, der erneut große Probleme hatte, sich in der Viererabwehrkette zurecht zu finden, wurde nach schwacher Vorstellung durch seinen Landsmann Tsuneyaso Miyamoto, der zu seinem zweiten Bundesligaeinsatz kam, ersetzt.

Die Salzburger blieben mit dem 3:0-Sieg nach dem klaren 4:0-Erfolg im Herbst zum zweiten Mal in dieser Saison vor eigenem Publikum gegen die Tiroler klar siegreich. Tirols Stürmer, denen in der laufenden Saison erst vier Tore gelungen sind, warten damit schon seit 14 Runden vergeblich auf einen Torerfolg. Die Salzburger haben damit im direkten Duell mit Wacker seit deren Wiederaufstieg eine ausgeglichene Bilanz (4 Siege/3 Unentschieden/4 Niederlagen) vorzuweisen.

Reaktionen:
Giovanni Trapattoni (Salzburg-Cheftrainer): "Der Sieg war wichtig, aber wir waren nicht frisch. Es war sehr wichtig, zuhause zu gewinnen. Jetzt müssen wir Meister werden, dann können wir an die Champions-League-Qualifikation denken. Ich denke, wenn wir wie beim Bull's Cup gegen die Bayern oder daheim gegen Valencia spielen, können wir die Champions League erreichen. Es ist ein schöner Geburtstag, ich gehe jetzt nach Hause, um mit der Familie zu feiern."

Lothar Matthäus (Salzburg-Trainer): "Ich freue mich zwar über den Sieg, aber ich vermisse nach wie vor eine klare Linie. Nach so einem frühen 1:0 muss man ganz einfach nachlegen. Da muss mehr Qualität her. Wir haben ganz einfach höhere Ansprüche, deshalb gibt es noch einiges zu verbessern. Zickler ist in einer hervorragenden Form und 20 Tore muss man auch in dieser Liga erst einmal machen."

Alexander Zickler (Salzburg-Doppeltorschütze): "Es war ein schwieriges Spiel. Wir haben in der einen oder anderen Situation Glück gehabt. Der Salzburger Torrekord ist mir egal, ich rede erst darüber, wenn er gebrochen ist. Meisterschaft und Pokal sind wichtigere Ziele."

Frantisek Straka (Tirol-Trainer): "Red Bull spielt in einer anderen Liga. Nach der Pause sind wir entschlossen aus der Kabine gekommen und hatten ein paar gute Ansätze. Allerdings hat die Dummheit von Aganun das Spiel entschieden. Saltuari hat läuferisch alles gegeben und war einer der Gewinner, auch Andreas Hölzl. Seit dem letzten Sieg musste ich die Mannschaft ständig ändern. Dass kann die Mannschaft nicht verkraften, da der Kader nicht so breit ist. Ich muss sie jetzt aufbauen, wir dürfen die Hoffnung nicht aufgeben und müssen endlich ein Spiel gewinnen. Vielleicht starten wir dann eine Serie. Aber es wird schwer, da die Jungs doch sehr verunsichert sind. Wegen dem GAK ist noch gar nichts erledigt. Wir müssen auf uns schauen und die nötigen Punkte holen."

(apa/red)

17.3.2007 21:28