Donnerstag, 15. März 2007

Wacker Tirol setzt den roten Sparstift an: Budget des Vereins auf 5,2 Millionen gekürzt

  • Notverkäufe soll es in Innsbruck aber keine geben
  • Klub gibt Hoffnung auf mehr Sponsorgelder nicht auf

Der FC Wacker Tirol gab seine Lizenzierungsunterlagen bei der Bundesliga ab. Obmann Gerhard Stocker ist zwar zuversichtlich, dass es mit der Lizenz für die Saison 2007/08 kein Problem geben wird, spricht aber von einem reinen Sparbudget. Die Hoffnung der Innsbrucker ist, dass weitere Sponsoren, die bereits mündliche Zusagen gemacht hätten, diese auch schriftlich bestätigen werden.

Stocker zeichnete ein düsteres Bild der Zukunft des Tiroler Klubs. "Unter diesen Rahmenbedingungen hat der Profifußball in seiner derzeitigen Form keine Zukunft", sagte der Obmann. Bei der Lizenzierung sei zu Tage gekommen, dass es mit der Liquidität Probleme gibt. "Nur zur Feststellung: Wacker Tirol ist absolut nicht konkursgefährdet. Aber mit den täglichen Mitteln haben wir Probleme." Probleme, die früher von Stockers Firma Stasto immer kurzfristig abgedeckt wurden.

Das Gesamtbudget inklusive Nachwuchs und Damenteam für die kommende Saison wurde um 400.000 auf 5,2 Millionen Euro herunter gefahren. Mit dem neuen Budget sollen auch 300.000 der 900.000 Euro Altlasten getilgt werden. Das Budget für die Kampfmannschaft war in den vergangenen drei Jahren mit 3,6 Millionen Euro eingefroren, soll für die kommende Saison eventuell gekürzt werden.

Stocker betonte dabei, dass bei Innsbruck jeder Vertrag pünktlich auf Punkt und Beistrich eingehalten werde. Es soll in der kommenden Saison auch keine Notverkäufe in Innsbruck geben. "Denn Wacker hat nicht die Philosophie mit Menschenhandel Gelder zu lukrieren", sagte der Obmann, "Wechsel wird es nur geben, wenn der Spieler dies auch will." Dabei verwies Stocker auch auf ein Kuriosum: Bei Wacker sind die Transferrechte für die Spieler mit Null bewertet, deshalb habe der Klub auch ein negatives Eigenkapital.

Die Hoffnung des Obmanns liegt in der Erhöhung der Sponsorgelder: "Es kann ja passieren, dass das abgegebene Budget mit dem gelebten nichts zu tun hat." Das Problem sei, dass Wacker keine Lobby im Land habe. "Wir brauchen einen Zusammenschluss der Zivilgesellschaft mit der öffentlichen Hand, um die historische Chance des Tiroler Weges fortzusetzen." Nur daran spießt es sich derzeit. Stocker führte an, dass er von vier mündlichen Zusagen auf Erhöhung der Sponsorgelder dies nur einmal schriftlich bestätigt bekam.

Sollte Wacker mit dem Notbudget arbeiten müssen, werden eventuell die vier auslaufenden Verträge (die wichtigsten sind Brzeczek und Pavlovic) nicht mehr verlängert. Der Kader soll dann mit Jungprofis aus dem Tiroler Nachwuchs aufgestockt werden.

(apa/red)

15.3.2007 13:50