Offene Spielergehälter: GAK wurden auf
FIFA-Anordnung sechs Punkte abgezogen
- Grazer ignorierten Zahlungsaufforderungen & Fristen
- Rote Teufel sind damit neues Tabellen-Schlusslicht
GAK-Masseverwalter Scherbaum kündigte Protest an
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Der GAK kommt nicht zur Ruhe und taumelt von einer Krise in die nächste. Acht Tage, nachdem bekannt wurde, dass der Gesamtschuldenstand des Traditionsklubs 15,5 Millionen Euro beträgt, holte den GAK in einer anderen Causa die Vergangenheit ein. Die FIFA ordnete einen Abzug von sechs Punkten mit sofortiger Wirkung an, der vom Senat 1 der Bundesliga umgesetzt wurde. Hintergrund sind Forderungen des ehemaligen GAK-Spielers Daniel Kimoni.
Der GAK, der im Vormonat einen Antrag auf Zwangskonkurs eingebracht hat, aber weiter hofft, die Lizenz für die kommende Saison zu erhalten, rutschte damit auf den letzten Platz der T-Mobile Bundesliga zurück. Die Grazer Athletiker halten somit bei 21 Punkten und liegen 5 Zähler hinter dem Lokalrivalen und bisherigen Schlusslicht Sturm Graz. Das Derby der beiden finanzmaroden Vereine steht damit unter einem neuen Aspekt.
460.000 Euro nicht bezahlt
Kimoni, der in der Saison 2001/02 drei Bundesliga-Spiele und ein UEFA-Cup-Spiel für den GAK absolviert hat, hatte den Klub wegen offener Forderungen bei der FIFA geklagt. Laut "Kleine Zeitung" vom 17. November 2006 hat es sich um 460.000 Euro gehandelt.
"Der GAK hat dem rechtskräftigen Urteil von 20. Oktober 2005 sowie mehrfach erfolgter weiterer Zahlungsaufforderungen und Fristen der FIFA nicht Folge geleistet", hieß es in einer Presseaussendung der Bundesliga. Der Fall durchwanderte alle Instanzen der FIFA und wurde auch vom Internationalen Sport-Gerichtshof (CAS) in Lausanne behandelt, der das FIFA-Urteil bestätigte.
Nun ordnete die FIFA-Disziplinarkommission den Punkteabzug an, der vom Senat 1 der Bundesliga umgesetzt wurde. "Als Mitglied des Weltverbandes sind wir auf Grund der Satzungen verpflichtet, deren Entscheidungen umzusetzen. Inhalt und Hintergrund dieser Entscheidung liegen jedoch im Verantwortungsbereich der FIFA", erklärte Bundesliga-Vorstand Georg Pangl.
Sperre des österreichischen Nationalteams angedroht
Pangl beruft sich auf Paragraf 4, Absatz 6 der Bundesliga-Satzungen, wo Rechte und Pflichten der Mitglieder geregelt sind. "Die Mitgliedschaft verpflichtet zur Anerkennung der Satzungen und Beschlüsse der Bundesliga, des ÖFB, der UEFA und FIFA sowie der von allen satzungsmäßigen Instanzen gefassten Beschlüsse", heißt es da.
Wäre die Bundesliga der Forderung der FIFA nicht nachgekommen, hätte ein Ausschluss der österreichischen Nationalteams von internationalen Bewerben sowie der Klubs aus dem Europacup gedroht. "Wir hatten keine Möglichkeit, eine Hilfestellung zu bieten. Sie hätten mit dem Ausschluss des Verbandes nicht lange gefackelt", sagte Pangl.
Transferflop Kimoni mit Nachwirkungen für den GAK BILD
Transferflop Kimoni sorgt für Nachwirkungen
Im Jänner 2001 war Daniel Kimoni vom KRC Genk zum GAK gekommen und sollte die Abwehr stabilisieren. Der Belgier erwies sich allerdings als Flop, sein Engagement stürzte seinen Ex-Klub sechs Jahre später aber tiefer in die ohnehin große Krise.
Der damalige Trainer Werner Gregoritsch war mit dem vierfachen Teamspieler in der Vorbereitung hoch zufrieden: "Er ist ein Spieler, der dem GAK weiterhelfen kann", meinte er. Letztlich ging Kimoni als Transferflop in die Geschichte des GAK ein. Im Sommer 2002 wechselte der Belgier kurz vor Schluss der Sommer-Transferzeit zum deutschen Regionalligisten Augsburg, wo er aber ebenfalls nur wenige Spiele zum Einsatz kam.
In der vergangenen Saison spielte der Belgier in seiner Heimat 19 Spiele für den Drittligisten RFCC Montegnee - und stieg mit ihm in die vierte Liga ab.
GAK-Masseverwalter kündigte Protest an
Der mit dem Konkursverfahren des österreichischen Fußball-Bundesligisten GAK beauftragte Masseverwalter Norbert Scherbaum hat einen Einspruch vor dem Protestkomitee der Bundesliga gegen den Sechs-Punkte-Abzug angekündigt. Wie es in einer Presseaussendung hieß, würde geprüft werden, "ob weitere rechtliche Schritte erfolgreich gegen die Entscheidung des Senates 1 eingeleitet werden können, um das Eintreten von Vermögensschäden sowohl für die Dienstnehmer des GAK als auch für die Konkursgläubiger zu verhindern".
Der Verbleib des GAK in der Bundesliga soll laut Scherbaum auf sportlichem Weg erfolgen, eine Beeinflussung im Abstiegskampf "durch nicht sachgerecht motivierte Beeinflussung der Bundesliga" würde von Seiten der Grazer nicht akzeptiert werden. Gefasst reagierte Präsident Stephan Sticher auf den Rückfall auf den letzten Tabellenrang. "Jetzt werden wir erst recht weiterkämpfen und versuchen, auf sportlichem Weg den Verbleib in der Bundesliga zu schaffen", betonte er.
Der Fall wäre laut Sticher schon sein längerem anhänglich. Erst am 12. März wären Scherbaum und Rechtsberater Wolfgang Rebernig beim Senat 1 der Bundesliga vorstellig gewesen und hätten um einen Aufschub des Urteils um 14 Tage gebeten. Umso überraschender wäre dann die Entscheidung der Bundesliga gekommen. Die Forderung von Kimoni wäre laut Sticher die einzige von Seiten eines Ex-Spielers.
Söndergaard: "Schwere Last"
Trainer Lars Söndergaard sprach von einer "schweren Last", die nun auf den Schultern der Spieler ruht. "Aber wir dürfen jetzt nicht auf die Tabelle sehen und müssen von Spiel zu Spiel denken", meinte der Däne. Eigenartig sei es jedoch, dass das Urteil gerade jetzt und nicht schon vor zwei, drei Monaten bekannt gegeben wurde.
Ungewohnt optimistisch reagierte Kapitän Roland Kollmann auf die schlechte Kunde aus Wien. "Das ist ein Schock für uns alle, aber es hätte auch schlimmer kommen können", meinte der Stürmer und richtete schon den Blick auf das Spiel gegen den Stadtrivalen und Tabellenvorletzten Sturm Graz. (apa/red)
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