Traumeinstand für Räikkönen bei Ferrari: Finne gewinnt den Grand Prix von Australien
- Alonso Zweiter, Sensationsdebütant Hamilton Dritter
- Glücklicher Iceman: "Es ist ein besonderer Moment"

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Das WM-Rennen ist eröffnet und der Finne Kimi Räikkönen hat in Melbourne einen ersten Etappensieg gefeiert. Der Ferrari-Pilot setzte sich im Formel-1-Grand-Prix von Australien vor Titelverteidiger Fernando Alonso im McLaren-Mercedes und dessen sensationellem Teamkollegen Lewis Hamilton durch. Der 22-jährige Engländer fuhr bei seinem Formel-1-Debüt auf Rang drei. Der Österreicher Alexander Wurz beendete seinen Comeback-Grand-Prix nach Kollision mit dem Schotten David Coulthard nicht.
An der Spitze fuhr Pole-Position-Mann Räikkönen aber einen ungefährdeten Triumph ein und legte damit einen Traumstart in seine Ferrari-Karriere hin. Pole Position und Sieg - das hat seit dem legendären Juan Manuel Fangio 1956 in Argentinien niemand mehr bei seinem Ferrari-Debüt geschafft. Zuletzt hatte der Engländer Nigel Mansell 1989 in seinem ersten Rennen für die Roten aus Maranello gesiegt. Nicht einmal Rekordweltmeister Michael Schumacher war das gelungen, in dessen große Fußstapfen Räikkönen treten soll.
Schumi am Telefon
Ferrari-Generaldirektor Jean Todt reichte Räikkönen unmittelbar nach dem Rennen ein Telefon mit Schumacher am Apparat. "Leider war die Leitung sehr schlecht. Ich habe praktisch nichts verstanden", versicherte der Finne, der in der vergangenen Saison für McLaren kein Rennen gewonnen hatte. Für Ferrari fuhr er den zehnten GP-Sieg seiner Karriere ein. "Das ist ein idealer Start. Es ist ein besonderer Moment, denn das Team arbeitet sehr gut zusammen", erklärte Räikkönen, der auch die schnellste Rennrunde gedreht hatte.
Bei seinen Boxenstopps übernahm jeweils Sensationsmann Hamilton die Führung - in seinem allerersten Grand Prix. Der Brite hatte Alonso nach einem Sensations-Start bereits in der ersten Kurve überholt, erst nach dem zweiten Boxenstopp war der Weltmeister zurück auf Platz zwei. "Da habe ich etwas Pech gehabt, aber sonst war es ein fantastisches Rennen für mich", erklärte Hamilton. "Die harte Arbeit hat sich offenbar ausgezahlt."
Der Youngster fuhr als erster Pilot seit Jacques Villeneuve 1996 in Melbourne beim F1-Debüt auf das Podest. Der Kanadier war bereits 1997 Weltmeister. Der Generationswechsel in der Königsklasse scheint im Jahr eins nach Schumacher damit endgültig vollzogen. Räikkönen (27), Alonso (25) und Hamilton (22) bildeten das jüngste Siegertrio der Geschichte. Auf den weiteren Plätzen landeten BMW-Pilot Nick Heidfeld, Giancarlo Fisichella im Renault und Felipe Massa im Ferrari.
Ferrari und McLaren dominierende Kräfte
Massa hatte auf Grund eines Motorwechsels vom letzten Startplatz aus ins Rennen gehen müssen, stellte mit seiner Aufholjagd aber die Ausnahmestellung der beiden Topteams Ferrari und McLaren unter Beweis. "Ferrari war aber sogar für uns ein bisschen zu schnell", gestand Alonso. "Wir haben alles herausgeholt, was möglich war." Für Alonsos Ex-Team Renault fuhr Debütant Heikki Kovalainen nur auf Rang zehn. Der Finne befand sich gleich mehrfach abseits der Strecke.
Während Teamkollege Nico Rosberg als Siebenter unmittelbar vor seinem deutschen Landsmann Ralf Schumacher (Toyota) zwei WM-Punkte für Williams einfuhr, kam für Wurz in der 50. Runde das Aus. Coulthard griff den 33-Jährigen aus aussichtsloser Position an, entschuldigte sich auch unmittelbar nach dem Rennen bei Wurz. "Ich habe offensichtlich Glück gehabt", meinte der Österreicher. Der Red-Bull-Bolide des Schotten war nur Zentimeter an seinem Kopf vorbeigeflogen.
Auch die weiteren Red-Bull-Piloten kamen nicht einmal in die Nähe von WM-Punkten. Der von Position sieben gestartete Australier Mark Webber musste sich in seinem Heimrennen nach einem Dreher bei der Boxeneinfahrt mit Platz 13 zufrieden geben - unmittelbar vor Vitantonio Liuzzi im Toro Rosso. Dessen US-Teamkollege Scott Speed sah das Ziel im ersten Saison-GP nicht. Der zweite WM-Lauf geht in drei Wochen in Malaysia in Szene.
(apa/red)
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