Freitag, 16. März 2007

"Auto hat viel Potenzial": Red Bull-Chef Horner glaubt an den baldigen Aufschwung

  • Mäßige Testergebnisse lassen Alarmglocken läuten
  • Heuer soll der 5. Platz in der Konstrukteurs-WM her

In der gesamten Vorsaison hatte Red Bull Racing unter den Folgen von Problemen bei Testfahrten im Winter gelitten. 2007 fuhr das österreichisch-englische Formel-1-Team in der Vorbereitung erneut hinterher. Teamchef Christian Horner macht das nicht nervös. Im Interview mit der APA sprach der 33-jährige Engländer vor dem Auftakt-Grand-Prix in Melbourne über seine Erwartungen, das neue Auto und das Potenzial eines leeren Blatt Papiers.

APA: Herr Horner, in der Vorbereitung hat es offensichtlich Probleme mit dem Auto gegeben. Wie hat das Ihre Erwartungen für die kommende Saison beeinflusst?

Horner: "Wir haben mit einem leeren Blatt Papier angefangen. Das Auto hat insgesamt 6.500 neue Teile, dazu eine neue Elektronik, einen neuen Motor und neue Reifen. Praktisch alles ist neu, da können Probleme auftreten. Wir haben uns schon in den Tests laufend gesteigert. Das Auto hat definitiv sehr viel Potenzial. Das ist das Wichtigste. Es wird sich im Lauf der Saison noch stark verbessern. Wir haben einen ehrgeizigen Entwicklungs-Plan vor uns."

APA: Denken Sie also, mit diesem Auto (RB3) ihre langfristigen Ziele erreichen zu können?

Horner: "Es ist ein positiver Plan, das Auto ganz neu zu entwickeln. Adrian (Newey) hat unglaubliches Wissen und Erfahrung im Bau guter Autos. Das ist praktisch sein Auto. Er arbeitet extrem hart daran. Ich denke, wir werden in der Saison einen großen Schritt nach vorne machen und versuchen, so oft wie möglich bei den ganz Großen mitzumischen."

APA: War es also retrospektiv betrachtet die richtige Entscheidung, ein ganz neues Auto zu bauen?

Horner: "Definitiv. Wir sind jetzt viel besser aufgestellt. Mit dem alten Auto sind wir am Ende seiner Entwicklung angelangt. Es war ausgereizt. Deswegen das leere Blatt Papier, das so viel Potenzial hat. Wir sind jetzt am Fuß des Berges. Es ist ein langer Aufstieg, aber ich bin zuversichtlich, dass wir die richtige Mischung haben, um es nach oben zu schaffen."

APA: Welche Ziele ergeben sich daraus für 2007? Platz fünf in der Konstrukteurs-WM klingt hoch gesteckt ...

Horner: "Es ist ein sehr hoch gestecktes Ziel. Wir werden wahrscheinlich mit Honda, Toyota und Williams konkurrieren. Renault ist auch nicht allzu weit weg von uns, das haben wir bei den Tests gesehen. Wir müssen uns weiter verbessern, dann werden wir es schaffen."

APA: Mit welchen Erwartungen geht man in das Auftaktrennen?

Horner: "Das erste Rennen ist immer ein bisschen eine Lotterie. Ein genaues Bild kann man sich frühestens nach drei Grand Prix machen, wenn wir nach Europa zurückkommen. Beide Fahrer sind hier bereits gut gefahren, David (Coulthard) hat zweimal gewonnen. Das Ziel ist ganz klar, mit ein paar Punkten davonzukommen. Zuverlässigkeit ist vor allem in den ersten Rennen der Saison sehr wichtig."

APA: Ist das neue Auto denn zuverlässig?

Horner: "Im Vergleich zur vergangenen Saison sind wir 100 Prozent besser vorbereitet. Damals sind wir vor dem ersten Rennen nicht einmal mehr als zwölf Runden hintereinander gefahren. Mit so vielen neuen Teilen müssen wir nur noch an der Feinabstimmung arbeiten. Ich denke schon, dass das Auto zuverlässig ist."

APA: Was sind die Hauptunterscheide zwischen den Autos der vergangenen und der kommenden Saison?

Horner: "Es sind 6.500 Unterschiede, aber im Grunde genommen ist das aerodynamische Konzept ein anderes. Das ist der massivste Unterschied."

(apa/red)

16.3.2007 10:41
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