Sonntag, 18. März 2007

Sensationelle Saisonbilanz der ÖSV-Damen: 23 Siege in 35 Rennen, alle Kugeln geholt!

  • Götschl und Schild gewannen jeweils acht Rennen

Österreichs Alpin-Ski-Team hat in der abgelaufenen Weltcup-Saison von 71 Weltcuprennen 35 gewonnen sowie 28 zweite und 23 dritte Plätze erreicht. Die Damen erlebten den erfolgreichsten Winter in der Geschichte, nach 35 Rennen lautete die Stockerl-Bilanz 23/17/14, die große Kristallkugel und alle fünf kleinen landeten im ÖSV-Lager.

Renate Götschl, Marlies Schild - beide gewannen je acht Rennen und damit so viele wie keine andere Athletin - und Co. steigerten sich im Vergleich zur Vorsaison von 47 Podestplätzen auf 54, von 11 Siegen auf 23. "Ich bin nun fünf Jahre bei den Damen, wir haben uns von Jahr zu Jahr gesteigert, wir haben noch nie so viele Siege gefeiert, das ist ein Zeichen der Stärke und Ausgeglichenheit. Es ist schön, nun den Höhepunkt erreicht zu haben", sagte der zufriedene Damen-Cheftrainer Herbert Mandl. "Es war harte Arbeit, denn ich habe mit einem neuen Team begonnen, das Vertrauen wurde umgesetzt. Ich bin stolz auf die ganze Mannschaft. Die große Kugel ist eine große Freude für uns."

Der Umbau der Mannschaft sei nun vollzogen, aber er sei froh, dass "die Renate uns erhalten bleibt", und es seien auch andere nachgerückt in den Speed-Disziplinen wie Maria Holaus und Christine Sponring. Die Technikerinnen hätten sich sehr gut entwickelt, eine Elisabeth Görgl oder auch Andrea Fischbacher hätten lange nicht gezeigt, was sie können. "Einige haben ihr Potenzial nicht ausgeschöpft, das lässt mich zuversichtlich in die nächste Saison gehen. Und ich hoffe, das die starken Leistungsträgerinnen ihre Leistungen wieder bringen können."

Der ÖSV verfolgt weiterhin den Weg, aus den Athleten Allrounder zu machen. "Vielseitigkeit mit Rücksicht auf schnelle Disziplinen. Wir führen die Jungen in Richtung Abfahrt, das bringt ein Risiko mit sich, das muss langsam passieren. Wir gehen da mit Gefühl und Zurückhaltung vor." Perfekte Beispiele wie aus Technikerinnen sehr gute Speed-Fahrerinnen werden können sind Nicole Hosp und Marlies Schild. "Wir legen die Basis sehr breit an, das dauert länger, ist aber sinnvoll", betonte Mandl. Spezialistinnen aufzubauen, wie es in den osteuropäischen Ländern derzeit verstärkt vorkommt (vor allem im Slalom), liegt nicht im Interesse des ÖSV.

Lobend hervor hob Mandl, wie seine Damen mit den teilweise widrigen Wetter- und Pistenverhältnissen in der abgelaufenen Saison, die von so vielen Absagen und Verschiebungen auf Grund der Schneelage geprägt war, umgingen. "Da hat das ganze Team große Professionalität an den Tag gelegt. Wir hatten viele schwierige Rennen. Und mir ist es lieber, dass wir mal ein Rennen verlieren, als dass eine im Zaun liegt."

Ganz ohne Verletzte ging die Saison bei den Damen nicht über die Bühne. Die Rennen in Tarvis forderten gleich drei Oper, neben Renate Götschl, die mit einem Bruch des äußeren Schienbeinkopfes und einer Knorpelabsplitterung die Saison zu Ende fuhr, stürzten auch Kathrin Zettel (Schienbeinkopfbruch/links und Nasenbeinbruch) und Anna Fenninger (Abriss des Syndesmosebands/links).

Im Laufe der Saison hat es in Brigitte Obermoser und Astrid Vierthaler zwei Rücktritte gegeben. Ob Alexandra Meissnitzer noch eine Saison anhängt, ist fraglich. Sehr unwahrscheinlich ist aus internationaler Sicht die Rückkehr der Kroatin Janica Kostelic, was in der kommenden Saison wieder einen Dreikampf Österreich-USA-Schweden um den Gesamtweltcup prognostizieren lässt. Mandl bleibt dem ÖSV mit Sicherheit erhalten: "Ich habe schon Angebote, aber in Österreich zu arbeiten, macht mir am meisten Spaß. Wir haben eine super Crew, das sind die besten Voraussetzungen."

(apa/red)

18.3.2007 18:21