BENNI RAICH VERLIERT SKI-KRIMI: Svindal schnappt Pitztaler Gesamt-Weltcup noch weg
- Raich gewinnt Slalom, Svindal holt nötigen 15. Platz
- Kleiner Trost: Benni erobert Slalom-Weltcup vor Matt

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Unglaubliche acht Hundertstelsekunden haben den Ski-Weltcup der Herren entschieden. Mit Platz 15 und einer wahren Punktlandung holte sich der Norweger Aksel Lund Svindal erstmals die große Kristallkugel, auch ein Sieg von Benjamin Raich im letzten Rennen der Saison auf der Lenzerheide, mit dem er sich die kleine Kristallkugel für die Slalomwertung holte, konnte den Triumph des Norwegers nicht verhindern. Es war die knappste Herren-Entscheidung aller Zeiten, 13 Punkte trennten die Top Zwei.
97 Punkte Rückstand hatte Raich nach seinem Ausfall im Riesentorlauf und dem gleichzeitigen Sieg von Svindal vor dem letzten Slalom. Raich musste gewinnen und Svindal durfte nicht punkten (Zähler nur für Top 15) - dann hätte der 29-jährige Pitztaler seinen Titel erfolgreich verteidigt. Svindal lag nach dem ersten Durchgang an zwölfter Stelle, der 24-Jährige brauchte also bei seinem Finallauf nur als Vierter ins Ziel zu kommen, dann war ihm die große Kugel sicher.
Doch nach der Fahrt des Norwegers leuchtete nur die 5 auf und die Chance für Raich lebte. Svindal musste darauf hoffen, dass ein Konkurrent hinter ihm zurückfiel oder ausschied. Und der Schwede Markus Larsson erfüllte ihm diesen Wunsch (wurde 17.). Doppel-Weltmeister Svindal hatte aber gleich doppelt Glück, denn der 16., der Schwede Markus Hansson, lag nur 7/100 Sekunden hinter ihm. Hansson entschuldigte sich deshalb bei den ÖSV-Trainern und meinte im Scherz, dass er viel Geld für seinen 16. Platz kassiert habe.
"Bin einfach nur glücklich"
"Ich bin einfach nur glücklich, da ist heute eine so große Last von meinen Schultern gefallen. Ich bin genau 15. geworden, das habe ich gebraucht", lauteten die ersten Worte von Svindal nach Erreichen seines größten Ziels. "Ich habe die ganze Saison gesagt, der Gesamtweltcup ist das Größte, was ich gewinnen kann. Ich bin sehr glücklich, das jetzt geschafft zu haben." Er ist der dritte Norweger nach Kjetil-Andre Aamodt (1994) und Lasse Kjus (1996/1999) auf dem Alpin-Thron.
Raich fand Trost bei der Slalom-Kugel, es ist seine dritte in dieser Disziplin nach 2001 und 2005, zudem hat er zwei für den Riesentorlauf-Gesamtsieg 2005 und 2006 zu Hause. "Es ist falsch, jetzt rumzujammern. Ich hätte gerne gewonnen, aber jetzt muss ich es lassen", meinte der Pitztaler zum verlorenen Gesamt-Weltcup und zeigte sich einmal mehr als fairer Verlierer: "Aksel ist ein super Typ und er hat verdient gewonnen. Ich bin sehr glücklich über die Slalomweltcup-Kugel, viele haben darum gekämpft und ich habe sie. Nächstes Jahr gebe ich wieder Gas, aber jetzt raste ich erst mal."
Raich gewann bei seinem 29. Weltcupsieg, dem 13. im Slalom, mit zweimal Laufbestzeit vor seinem Landsmann Mario Matt (+0,97 Sekunden), der Weltmeister musste damit um fünf Punkte im Kampf um die Disziplinwertung dem Doppel-Olympiasieger den Vortritt lassen. Dritter wurde der Südtiroler Manfred Mölgg. In Manfred Pranger (7.) und Reinfried Herbst (8.) landeten zwei weitere Österreicher in den Top 10.
"Sicher ärgert es ein bisschen, den Slalom-Weltcup um fünf Punkte zu verpassen, aber ich bin heute nicht so hundertprozentig auf Zug gekommen wie in den letzten Rennen. Ich brauche aber nicht jetzt rumzujammern, es war mit Abstand meine beste Saison", betonte der von Rückenproblemen geplagte Matt, der heuer neben dem WM-Triumph auch drei Weltcup-Siege gefeiert hat.
"Hundertstelglück auf der Svindal-Seite"
ÖSV-Alpinchef Hans Pum, die Cheftrainer Toni Giger (Herren) und Herbert Mandl (Damen) - sie alle fieberten beim Krimi im Zielraum mit. Gruppentrainer Andres Evers sagte: "Heute war das Hundertstelglück auf der Svindal-Seite, aber es ist beeindruckend, was Benni da heruntergelegt hat. Aksel und Benni, das sind die Männer dieser Saison." Und für Giger war die Vorstellung von Raich "eines der besten Rennen vom Benni, wirklich beeindruckend".
Der Salzburger lobte aber auch Svindal: "Hut ab vor Aksel, der fährt sehr schlau, der ist eine echte Gefahr mit seiner ausgeprägten Ski-Intelligenz." Laut Giger hat Raich die erfolgreiche Titelverteidigung aber nicht mit seinem Riesentorlauf-Ausfall verpasst. "Er hat's in der Kombination vergeben."
| Endklassement: | ||||||
| 1. | Benjamin Raich | AUT | 1:39,78 | 48,19 | 51,59 | |
| 2. | Mario Matt | AUT | 1:40,75 | +0,97 | 48,76 | 51,99 |
| 3. | Manfred Mölgg | ITA | 1:41,52 | +1,74 | 49,53 | 51,99 |
| 4. | Marc Berthod | SUI | 1:41,70 | +1,92 | 49,44 | 52,26 |
| 5. | Jens Byggmark | SWE | 1:41,75 | +1,97 | 49,16 | 52,59 |
| 6. | Jean-Baptiste Grange | FRA | 1:42,02 | +2,24 | 49,80 | 52,22 |
| 7. | Manfred Pranger | AUT | 1:42,14 | +2,36 | 49,20 | 52,94 |
| 8. | Reinfried Herbst | AUT | 1:42,31 | +2,53 | 49,87 | 52,44 |
| 9. | Michael Janyk | CAN | 1:42,32 | +2,54 | 48,87 | 53,45 |
| 10. | Silvan Zurbriggen | SUI | 1:42,44 | +2,66 | 50,40 | 52,04 |
| 11. | Kalle Palander | FIN | 1:42,62 | +2,84 | 49,88 | 52,74 |
| 12. | Ivica Kostelic | CRO | 1:42,77 | +2,99 | 50,45 | 52,32 |
| 13. | Andre Myhrer | SWE | 1:42,82 | +3,04 | 50,68 | 52,14 |
| 14. | Ted Ligety | USA | 1:43,08 | +3,30 | 50,36 | 52,72 |
| 15. | Aksel Lund Svindal | NOR | 1:43,62 | +3,84 | 50,25 | 53,37 |
| 16. | Martin Hansson | SWE | 1:43,69 | +3,91 | 50,72 | 52,97 |
| 17. | Markus Larsson | SWE | 1:43,90 | +4,12 | 50,02 | 53,88 |
| 18. | Daniel Albrecht | SUI | 1:44,02 | +4,24 | 50,54 | 53,48 |
| 19. | Julien Lizeroux | FRA | 1:44,23 | +4,45 | 50,79 | 53,44 |
| 20. | Thomas Grandi | CAN | 1:44,66 | +4,88 | 51,00 | 53,66 |
| 21. | Didier Defago | SUI | 1:45,06 | +5,28 | 51,11 | 53,95 |
| 22. | Matic Skube | SLO | 1:48,45 | +8,67 | 54,38 | 54,07 |
(apa/red)
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