IOC prüft Salzburgs Olympia-Tauglichkeit: Alle Sportstätten unter die Lupe genommen
- "Läuft sehr gut": Geschäftsführer Leitner optimistisch
- Bürgermeister Schaden fuhr sogar im Viererbob mit

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Bei herrlichem Frühlingswetter inspizierten die 13 Mitglieder der IOC-Evaluierungskommission einen Teil jener Sportstätten, wo im Februar 2014 in Salzburg die Olympischen Winterspiele stattfinden sollen. Genau unter die Lupe genommen wurden die Bob- und Rodelbahn am Königssee in Bayern, der geplante Standort der Eishockey-Halle in Puch-Urstein, die Sprungschanze in Bischofshofen, das Zentrum der Nordischen in Radstadt/Altenmarkt und die Skipisten in Zauchensee und Flachau.
Grüne Wiesen, zweistellige Plusgrade und Vogelgezwitscher im Olympia-Schneezentrum im Pongau - da stellt sich natürlich die Frage der Schneesicherheit: "Es war der mildeste Winter seit 100 Jahren, im Vorjahr standen wir hier bis zur Hüfte im Schnee", erläuterte Olympia-2014-Geschäftsführer Gernot Leitner. Aber: "Wir können im Tal für Schnee auf den Loipen garantieren. Notfalls holen wir ihn von Schneedepots."
Insgesamt zeigten sich die Salzburger Olympia-Macher nach den ersten beiden Arbeitstagen mit der Evaluierungskommission sehr zufrieden. "Heute ist der Tag, an dem wir richtig punkten können, weil alles da ist (die Sportstätten, Anm.)", meinte Bürgermeister Heinz Schaden. Bei jedem Austragungsort hätten sehr kompetente Experten die Fragen der Kommissions-Mitglieder beantworten können. "Alles funktioniert", betonte Schaden. Insgesamt habe er ein sehr gutes Gefühl, weil das Klima sehr entspannt und freundlich sei.
"Wir haben unsere Hausaufgaben alle gemacht"
Freilich habe es auch Tipps und Anregungen der Kommission gegeben. So seien etwa über Nacht 400 Betten vom Haupt-Olympiadorf in das "Snow-Village" "übersiedelt" worden, das neben dem Schloss Tandalier zwischen Radstadt und Altenmarkt temporär errichtet werden soll. "Es läuft sehr gut, es gibt gute Anregungen, aber nur Kleinigkeiten zu ändern", bilanzierte auch Leitner recht zufrieden.
Franz Klammer, International Chairman der Bewerbung, verglich die Visite des IOC mit dem Sport. "Man muss sich gut vorbereiten, aber wir haben unsere Hausaufgaben alle gemacht", sagte der Abfahrts-Olympiasieger von 1976. Der Besuch der Kommission sei der erste Durchgang, bis zur Vergabe der Spiele am 4. Juli in Guatemala sei es dann der zweite. Klammer sprach von einem "relaxten Tag", die Reaktionen der Kommission seien sehr positiv gewesen,"wir sind recht sattelfest".
Mutprobe im Viererbob
Ein großer Empfang wurde der Kommission bei der Bob- und Rodelbahn am Königssee in Bayern gemacht, wo hunderte Schulkinder die Zuschauertribüne bevölkerten und mit Applaus und zahlreichen Olympia-, Deutschland- und Österreich-Fähnchen für große Stimmung sorgten. Unter den strengen Augen der Kommission und des vielfachen Rodel-Champions Georg "Schorsch" Hackl raste Bürgermeister Heinz Schaden als Mitfahrer im Viererbob die Bahn hinunter. "Ich bin froh, dass Sie nicht in zwei Stücken herunten angekommen sind", zeigte sich sogar Kommissions-Vorsitzender Chiharu Igaya erleichtert.
Die Mitglieder der Kommission wurden bei der "Venue-Tour" von den Journalisten streng fern gehalten. So wurde es selbst als Medienereignis präsentiert, als die Kommission in Puch-Urstein am Bahnhof in die S-Bahn stieg, um bei der Fahrt nach Bischofshofen die öffentlichen Verkehrsmittel zu testen.
Neben Salzburg sind noch Sotschi (Russland) und Pyeonchang (Südkora) im Rennen um die Olympischen Winterspiele 2014. Die Entscheidung fällt am 4. Juli in Guatemala.
(apa/red)
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