G-8-Treffen in Postdam: Umweltminister wollen Artenschutz zum Topthema machen
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Die großen Industrie- und Entwicklungsländer (G-8) haben sich verpflichtet, den dramatischen Artenschwund auf der Erde so schnell wie möglich zu stoppen. Dazu habe man eine "Potsdamer Initiative" beschlossen, gab der deutsche Umweltminister Sigmar Gabriel als erstes Ergebnis der G8-Umweltministerkonferenz in Potsdam bekannt. Zentrales Thema des Treffens ist auch der Klimaschutz. Die USA machten deutlich, dass sie weiter keine international vereinbarten Klimaschutzziele akzeptieren wollen.
Gabriel sagte, die Artenvielfalt müsse ähnlich viel Aufmerksamkeit bekommen wie derzeit der Klimaschutz. Täglich gingen 150 Arten weltweit unwiderruflich verloren. "Wir löschen derzeit die Festplatte der Natur", sagte Gabriel. Dabei bauten 40 Prozent des Wohlstands in der Welt auf der intensiven Nutzung der natürlichen Lebensgrundlagen. "Der Schutz der Artenvielfalt ist gleichzeitig ein Schutz des Wohlstands und der sozialen Entwicklung", meinte der Minister.
Deshalb hätten sich die G8-Staaten (USA, Kanada, Japan, Frankreich, Großbritannien, Italien, Deutschland und Russland) und die fünf geladenen großen Schwellenländer (China, Indien, Brasilien, Mexiko und Südafrika) darauf geeinigt, die wirtschaftlichen Folgen des Artensterbens zu untersuchen. Der Report - ähnlich dem Stern-Report zu den Folgen des Klimawandels - soll vor der Weltartenschutzkonferenz in Bonn im kommenden Jahr fertig sein.
Teil der Initiative ist auch, die Entwicklungsländer besser finanziell beim Artenschutz zu unterstützen. Gabriel schlug vor, dazu Einnahmen aus dem Emissionshandel zu nutzen: So könnte innerhalb der EU die Versteigerung von Zertifikaten nach 2012 Pflicht werden, und zwar von mehr als den bisher möglichen zehn Prozent der Verschmutzungsrechte. Damit könnte man enorme Ressourcen locker machen, meinte Gabriel. Ein Teil könnte in den Erhalt der Artenvielfalt fließen. (apa/red)
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