Präsident Mugabe droht mit Gewalt: Weitere
Oppositionelle in Simbabwe festgenommen
- "Bewegung für Demokratischen Wandel" unter Druck
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Bei der versuchten Ausreise aus dem afrikanischen Krisenstaat Simbabwe sind mehrere Oppositionelle erneut festgenommen worden. Der Sprecher der Bewegung für Demokratischen Wandel (Movement for Democratic Chance, MDC), Nelson Chamisa, wurde nach Angaben seiner Partei am Flughafen der Hauptstadt Harare mit Eisenstangen niedergeknüppelt. Er habe schwere Kopfverletzungen erlitten. Chamisa war auf dem Weg zu einem Treffen in Belgien.
Auf dem Flughafen war zusammen mit zwei in Polizeihaft schwer verletzten anderen Oppositionellen, die sich in Südafrika medizinisch behandlen lassen wollten, auch Arthur Mutambara festgenommen worden.
Mutambara - der eine von der MDC abgespaltene Fraktion leitet - war bereits zuvor unter den Festgenommenen am Rande einer Protestveranstaltung gewesen und erst später freigelassen worden. Ihm droht nach Informationen des südafrikanischen Rundfunks eine Anklage wegen "Aufrufs zur öffentlichen Gewalt". Mutambara und der ebenfalls in Polizeihaft misshandelte Oppositionschef Morgan Tsvangirai hatten verkündet, sie wollten ihre Streitigkeiten beilegen und künftig geeint als Opposition antreten.
Der autokratisch regierende Präsident Robert Mugabe beschuldigte sie, "terroristische Aktivitäten" gegen unschuldige Bürger zu planen und durchzuführen. Die MDC sei eine gewalttätige Organisation, die von den früheren britischen Kolonialherren und deren Verbündeten finanziert werde. Seine Regierung werde dem "gesetzlosen Treiben" der Opposition nicht mehr tatenlos zusehen, zitierte ihn die Zeitung "Sunday Mail". Seine Polizei hatte vor einer Woche weltweite Empörung ausgelöst, als sie eine Protestkundgebung zerschlug und Dutzende Oppositionelle in Polizeihaft misshandelte.
Ein junger Mann war bei der Aktion erschossen worden. Nach Angaben der Opposition wurde er mittlerweile in aller Stille von der Polizei an einem geheimen Ort beigesetzt.
Die Afrikanische Union (AU) hatte Simbabwes Regierung zur Einhaltung der Menschenrechte und demokratischer Prinzipien aufgerufen. Die AU äußerte sich nach Angaben des südafrikanischen Rundfunks besorgt über die jüngsten Ereignisse in dem afrikanischen Krisenstaat. AU-Kommissionspräsident Alpha Oumar Konare rief alle betroffenen Parteien auf, einen ernsthaften und konstruktiven Dialog miteinander zu beginnen. Der AU-Vorsitzende John Kufuor hatte die Lage in Simbabwe als "beschämend" bezeichnet und Vorwürfe zurückgewiesen, die AU habe bei der Verurteilung Mugabes versagt.
(apa/red)
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