Samstag, 17. März 2007

"profil"-Gespräch mit Israels Vize-Premier Lieberman: "Europa will Israel opfern"

  • EU betreibe "Appeasement" gegenüber Iran & Terror
  • Er strebt aber Vollmitgliedschaft Israels bei EU an

In einem Interview in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" vergleicht Avigdor Lieberman, der stellvertretende Regierungschef von Israel und Chef der extrem-rechten Partei der russischen Einwanderer "Israel Beienu", den Repräsentanten der EU-Außenpolitik Javier Solana mit Neville Chamberlain. Der ehemalige britische Premier schloss 1938 mit Adolf Hitler den Münchner Vertrag: "Ich sagte Solana er müsse die Geschichte von vor dem Zweiten Weltkrieg lesen." So wie damals die Briten die Tschechoslowakei geopfert hätten, um den Frieden zu erhalten, so "versuchen europäische Politiker, Israel zu opfern, um die Sicherheit Europas zu gewährleisten", sagt Lieberman. "Am Ende des Tages hat man dafür einen sehr hohen Preis bezahlt."

Im Europa von heute pflege man den Dialog mit Mahmud Ahmadinejad, dem iranischen Präsidenten, "der offen bekundet, Israel zerstören zu wollen", und mit der islamistischen Hamas, die "nicht bereit ist, Israel anzuerkennen". Mit Teheran mache Europa gute Geschäfte. Gleichzeitig jedoch verfolge der Iran seine Nuklear-Ambitionen. Dabei werde Israel nicht zusehen. "Heute sind wir bereit und fähig, mit dem Iran fertig zu werden, seine nukleare Aufrüstung zu stoppen, selbst wenn wir allein bleiben", sagt Lieberman.

Gegenüber "profil" skizziert er seine Version der Lösung des israelisch-palästinenischen Konflikts: Jüdisch besiedelte Teile des Westjordanlandes müssten an Israel gehen, die arabisch besiedelten Teile Nordisraels sollten an eine palästinensische Einheit angegliedert werden. Und die übrigen in Israel lebenden Araber müssten formell ihre "Loyalität zu Israel als jüdischem Staat" erklären. Wenn sie dies verweigerten, könnten sie keine israelischen Staatsbürger bleiben.

Lieberman betont, dass Europa den Nahen Osten nicht verstehe. Der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern sei nicht das wesentliche Problem des Nahen Ostens, sondern der "Kampf der Kulturen - zwischen der radikalen moslemischen Welt und der freien Welt". In diesem Kampf stehe Israel an der Frontlinie und fühle sich als "Teil Europas". Deshalb strebt der israelische Vize-Premier die Vollmitgliedschaft Israels in der EU an.

Dabei könne Österreich "eine Brücke zwischen Israel und Europa" bilden, meint Avigdor Lieberman, der in den liberalen israelischen Medien mehrfach als "jüdischer Jörg Haider" tituliert wurde.

Die ganze Story lesen Sie im aktuellen "profil"!

17.3.2007 14:45