Samstag, 17. März 2007

Atomkraft bis 2030 verdoppeln: Russland will pro Jahr zwei neue Reaktoren starten

  • Energiebedarf im Land kann kaum gedeckt werden

Russland will den Anteil der Atomkraft an der Stromproduktion bis 2030 auf 30 Prozent verdoppeln, um eine drohende Energiekrise abzuwenden. Ungeachtet der gewaltigen Rohstoffreserven müsse sein Land die Kernenergie in Rekordtempo ausbauen, teilte Vize- Regierungschef Iwanow in Moskau mit. Jedes Jahr sollten zwei neue Reaktoren ans Netz gehen.

Russland ist zwar der weltgrößte Energieexporteur, kann dem wachsenden Energiebedarf im eigenen Land aber kaum gerecht werden. Der Stromverbrauch steige wegen des anhaltenden Wirtschaftsbooms eineinhalb Mal so schnell wie im Bedarfsplan der Regierung veranschlagt, sagte Iwanow nach Angaben der Agentur Itar-Tass. "Die Kapazitäten des russischen Stromnetzes haben bereits ihre Grenzen erreicht." Schon jetzt habe die Industrie mit Stromengpässen zu kämpfen, was einen Ausbau der Kernenergie unausweichlich mache.

Nach den Plänen Iwanows soll der Anteil des für den Export lukrativen Erdgases an der heimischen Stromversorgung zu Gunsten von Atom- und Wasserkraft sinken. Für den Ausbau der Atomenergie will Russland bis 2015 aus dem Staatsbudget 674 Mrd. Rubel (19,4 Mrd. Euro) bereitstellen. Dazu sei auch die Schaffung eines eigenen Atomministeriums nötig, das es zu Sowjetzeiten bereits gegeben hatte, sagte Iwanow. (apa)

17.3.2007 10:08