Donnerstag, 15. März 2007

2,5 Jahre Haft wegen Volksverhetzung: Deutscher Holocaust-Leugner verurteilt

  • Bezeichnete Massenmord als "gigantischen Betrug"

Der deutsche Holocaust-Leugner Germar Rudolf ist vom Mannheimer Landgericht wegen Volksverhetzung zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der 42 Jahre alte Chemiker hatte den Massenmord an den Juden in der Zeit des Nationalsozialismus auch beim Auftakt des Prozesses im November bestritten und als "gigantischen Betrug" bezeichnet.

Laut Anklage hat Rudolf im Internet und in einem Buch "bewusst der historischen Wahrheit zuwider" den Völkermord systematisch geleugnet und verharmlost. Mit dem Urteil folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte sich beim Strafmaß nicht festgelegt. Im Februar hatte das Landgericht Mannheim bereits den Holocaust-Leugner Ernst Zündel zur Höchststrafe von fünf Jahren wegen Volksverhetzung verurteilt.

Der nun Verurteilte hatte in dem so genannten Rudolf-Gutachten die Massenvergasung von Juden geleugnet. Daraufhin war der Chemiker beim Stuttgarter Max-Planck-Institut gekündigt worden. Außerdem war er deshalb bereits 1995 vom Landgericht Stuttgart zu 14 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Rudolf war nach der Urteilsverkündung untergetaucht. Im November 2005 wurde er aus den USA nach Deutschland abgeschoben und in Haft genommen.

(apa)

15.3.2007 17:05