Anhaltende Krawalle in Simbabwe: Wird
über afrikanisches Land Notstand verhängt?
- Mugabes Partei erwägt nun drastische Maßnahme
- Plus: Australien will seine Staatsbürger evakuieren

Unter dem Eindruck der starken innenpolitischen Spannungen in Simbabwe erwägt die regierende ZANU (PF) von Staatspräsident Robert Mugabe die Verhängung des Notstands. Die simbabwesische "Financial Gazette" zitiert ungenannte Quellen in Mugabes Partei, dass die Regierung diese Maßnahme angesichts anhaltender Krawalle in Townships rund um die Hauptstadt Harare erwäge. Das Politbüro - das höchste Entscheidungsgremium der Partei - wolle auf seiner Sitzung an diesem Donnerstag darüber entscheiden. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.
Australiens Regierung hat bereits Pläne für eine Evakuierung ihrer 700 Landsleute aus dem afrikanischen Land ausgearbeitet. Der australische Außenminister Alexander Downer rief Simbabwes Nachbarstaaten, insbesondere Südafrika, auf, ihren Einfluss auf die Regierung in Harare geltend zu machen. Er sei aber sehr pessimistisch, was eine friedliche Lösung der Krise angehe. Oppositionschef Morgan Tsvangirai, der in Polizeihaft schwer misshandelt worden war, befand sich trotz großen Schmerzen in stabiler Verfassung.
Mugabe hat Kritik der internationalen Gemeinschaft am Umgang mit der Opposition scharf zurückgewiesen. Nach einem Treffen mit Tansanias Staatschef Jikaya Kikwete sagte Mugabe in Harare an die Adresse westlicher Staaten: "Wenn sie die Regierung dafür kritisieren, dass sie Gewalt zu verhindern versucht und die Anstifter dieser Gewalt zu bestrafen, dann können sie zur Hölle fahren (they can go hang)."
Bei einer Demonstration gegen die Regierung wareb Dutzende Oppositionelle festgenommen worden, darunter auch MDC-Führer Morgan Tsvangirai.
(apa/red)
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