Zugeständnis vor der Wahl: Putin halbiert Dauer der russischen Wehrpflicht auf ein Jahr
- Gewalt gegen Rekruten großes Problem der Armee
- Viele Männer entziehen sich Armee mit Bestechung
·Putins Partei siegt bei Regionalwahlen
Kommunisten-Chef: Noch
nie so schmutzige Wahlen
Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Wehrpflicht im Land von derzeit 24 Monaten auf ein Jahr halbiert. Die neue Regelung für Wehrdienstleistende gelte vom 1. Jänner 2008 an, teilte die Präsidialverwaltung in Moskau mit. Regierungskritiker werteten die Entscheidung als ein erstes Zugeständnis an die Wähler vor der Parlaments- und Präsidentenwahl im Dezember beziehungsweise März 2008. Gewalt gegen Rekruten ist ein Dauerproblem in der russischen Armee.
In der Übergangsphase bis zum Jahreswechsel beträgt die Wehrdienstpflicht für junge Männer ohne Hochschulabschluss 18 Monate. Nur jeder dritte Bürger Russlands würde es gemäß einer Umfrage begrüßen, wenn der eigene Sohn, Bruder oder sonstige nahe Verwandte seinen Wehrdienst ableistet. Aus jedem Jahrgang wird nur ein kleiner Teil der wehrfähigen jungen Männer eingezogen, weil sich viele durch gefälschte Atteste oder Bestechung der Musterungsärzte dem Dienst entziehen. Nach Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen kommen jedes Jahr etwa 3.000 Wehrpflichtige in den russischen Streitkräften ums Leben.
(apa)
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