"Lassen uns nicht erpressen": Deutschland will Forderungen der Entführer nicht erfüllen
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Die deutsche Regierung will bei der Entführung von zwei im Irak lebenden Deutschen den Forderungen der Täter nicht nachgeben. Das Verlangen, den deutschen Einsatz in Afghanistan kurzfristig zu beenden, wurde nachdrücklich zurückgewiesen. Sowohl Außenminister Frank-Walter Steinmeier wie Verteidigungsminister Franz Josef Jung stellten klar, dass die Regierung sich nicht erpressen lasse.
Steinmeier betonte in Genf ebenso wie Jung in Athen, dass die Regierung weiterhin alles versuche, um die beiden Deutschen - eine Frau und ihren erwachsenen Sohn - frei zu bekommen.
Steinmeier sagte am Rande einer Sitzung des UNO-Menschenrechtsrats in Genf, die Forderungen der Islamisten könnten Teil einer gezielten Eskalations-Strategie sein. "Das sollten alle bedenken, die sich jetzt öffentlich dazu äußern."
Die deutsche Regierung nimmt die Drohungen der Islamisten ernst, sieht aber keine unmittelbare neue Gefährdung. Innenminister Wolfgang Schäuble wies darauf hin, dass Deutschland schon länger "Teil eines weltweiten Gefahrenraums" sei. "Auch in Zeiten, wo es uns nicht betroffen hat, durften wir uns nicht der Illusion hingeben, als wären wir nicht genauso bedroht wie die Spanier, die Engländer oder andere auch", unterstrich Schäuble in einem Rundfunk-Interview.
Ein Sprecher des Innenministeriums sagte, die Sicherheitsbehörden gingen nicht von einer erhöhten oder veränderten Gefährdungslage aus. Die beiden Video-Botschaften, in denen die Forderung nach dem Truppen-Abzug erhoben und Deutschland ebenso wie Österreich bedroht worden war, würden genau geprüft. Die deutschen Behörden seien in engem Austausch mit den Sicherheitsdiensten Österreichs und anderer Länder.
Die 61-jährige, seit langem in Bagdad lebende Deutsche und ihr 20 Jahre alter Sohn waren am 6. Februar in der irakischen Hauptstadt verschleppt worden. Die Frau ist mit einem irakischen Professor verheiratet. (apa/red)
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