Montag, 12. März 2007

Um Taliban zurückzuschlagen: Bush schickt weitere 3.200 Soldaten nach Afghanistan

  • Kongress muss teurem Projekt aber erst zustimmen
  • Zuvor wurden 4.400 neue Irak-Soldaten genehmigt

Nachdem US-Präsident George W. Bush die Aufstockung der US-Truppen im Irak um weitere 4.400 Soldaten gebilligt hat, hat er am Rande seines Kolumbien-Besuchs in Bogota die weitere Entsendung von 3.200 Soldaten nach Afghanistan angekündigt. "Nach einer Überprüfung unserer Strategie habe ich 3.200 zusätzliche Soldaten für Afghanistan angekündigt", sagte Bush bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem kolumbianischen Amtskollegen Alvaro Uribe.

An die Adresse der Demokraten, die den Kongress dominieren, sagte der Republikaner Bush: "Ich hoffe, dass der Kongress die notwendigen Finanzmittel bereitstellt".

Wie das US-Präsidialamt mitgeteilt hatte, beantragte Bush zusätzliche 3,2 Milliarden Dollar (2,43 Mrd. Euro) für den Irak, um die Aufstockung dort zu finanzieren. Im Jänner hatte Bush bereits angekündigt, 21.500 zusätzliche Soldaten zur Stabilisierung der Hauptstadt Bagdad und der aufständischen Provinz Anbar in den Irak schicken zu wollen. Der neue US-Militärbefehlshaber in dem Golf-Staat, David Petraeus, hatte jedoch erklärt, es würden noch weitere Soldaten benötigt. Derzeit haben die USA rund 140.000 Mann im Irak stationiert.

In Afghanistan haben die 2001 durch eine US-geführte Invasion gestürzten radikal-islamischen Taliban eine Frühjahrsoffensive mit einer Welle von Selbstmordanschlägen gegen die ausländischen Truppen angekündigt. In der südlichen Provinz Helmand hat die NATO-geführte Internationale Afghanistan-Truppe (ISAF) am vorigen Dienstag ihre Frühjahrsoffensive "Operation Achilles" begonnen. Daran sind mehr als 4.500 ISAF- und etwa 1.000 afghanische Soldaten beteiligt.

Die USA sind in Afghanistan sowohl bei der ISAF mit insgesamt rund 33.000 Mann als auch bei der von ihr geführten Anti-Terror-Koalition "Operation Enduring Freedom" als größter Truppensteller präsent. Bei der ISAF stellen die Vereinigten Staaten 14.000, bei der "Operation Enduring Freedom" 8.000 der insgesamt 14.000 Mann. Bei welchem der beiden Einsätze aufgestockt werde soll, sagte Bush offenbar nicht.
(apa/red)

12.3.2007 08:04