Ein Land im Poker-Fieber: Warum Tausende
plötzlich die Lust am "Bluffen" entdecken!

  • Texas Hold'em: NEWS über das große Zocker-Revival
  • PLUS: Die Spielregeln der populären Poker-Variante

Das große Zocker-Revival: Warum Tausende plötzlich die Lust am "Bluffen" entdecken und private Pokerturniere im Wohnzimmer austragen.

Was haben Anna Kournikova, die American Airlines und eine geheimnisvolle "German Virgin" gemeinsam? Wem dieses Mysterium keinen rauchenden Kopf bereitet, der muss wohl ein Insider sein. Einer, der gerne "blufft" und im "Hand"-Umdrehen den "Showdown" für sich entscheidet. Einer, der das kreative Slangvokabular der Pokerszene kennt. Denn: Alle drei Begriffe sind Synonyme für eine spezielle Kombination von Spielkarten, die man bei der populären Pokervariante "Texas Hold'em" verdeckt vor sich liegen hat. "Anna Kournikova" ist die Bezeichnung für Ass plus König. "Schaut gut aus, gewinnt aber selten", kommentieren Eingeweihte gerne, wenn jemand anderer am Pokertisch ein noch besseres Blatt vorweisen konnte. Die "American Airlines" beispielsweise, ein aalglattes Assen-Pärchen, das bereits für so einige Höhenflüge gesorgt hat. Dagegen hat die "German Virgin" wenig Chancen. Sie steht nur für ein Neuner-Paar. Weil sich "Nine, nine" auf englisch wie "Nein, nein" auf Deutsch anhört. Den Rest der Namenserläuterung darf man sich dann selbst dazureimen…

Vom Gangstergame zum Hobby der Nation
Poker - das gehörte in den Köpfen der Menschen vor nicht allzu langer Zeit noch zu zwielichtigen Typen in verrauchten Hinterzimmern. Doch nachdem in den USA und Großbritannien der Bluffer-Boom bereits 2004 eingesetzt hat, begann sich im Vorjahr auch in Österreich das Blatt zu wenden. Geschätzte 90.000 Zocker treffen sich mittlerweile regelmäßig zwischen Bregenz und Wien, um gemeinsam zu spielen. Die absolute Mehrheit davon nicht des Geldes, sondern einfach der kribbelnden Unterhaltung wegen.

So wie Georg, Viktor, Max, Josef und Thomas aus Wien. Keiner älter als 28, haben sie vor einem Jahr den Donnerstag als ihren "Jour fixe" des Kartenspiels eingeführt. "Seit es die Turnierübertragungen im Fernsehen gibt, ist Pokern einfach Kult", erklärt Josef, "es ist so geistreich wie Schach, nur eben viel lustiger!" "Ich habe noch keinen getroffen, den Poker nach dem ersten Mal Spielen nicht mehr interessiert hätte", steuert Thomas bei. Wenn sie sich abends zum Zocken treffen, darf die richtige Ausstaffierung natürlich nicht fehlen. Dunkle Sonnenbrillen, tief ins Gesicht gezogene Kappen, manchmal auch ein schwarzer Anzug.

So präsentiert sich das längst legendäre Bild vom Pokerprofi, wie man es hauptsächlich aus dem Fernsehen kennt. "Diese Wahnsinns-Poker-Renaissance wurde zum einen durch die vielen neuen Game-Sites im Internet, zum anderen aber sicher durch die starke Thematisierung in Film und Fernsehen ermöglicht", meint auch der Salzburger Markus Golser, einer von sieben österreichischen Pokerprofis, die die Welt bereisen, um ihren Unterhalt bei internationalen Großturnieren zu erspielen.

2003 konnten amerikanische TV-Stationen das Geschehen an den wichtigsten Zockertischen erstmals ganz genau verfolgen, mit Tischkameras. In diesem Jahr gewann ein Mann namens Chris Moneymaker (!) das Hauptturnier der "World Series of Poker" (WSOP) in Las Vegas. Die Tatsache, dass er zum einen wirklich so hieß und sich zum anderen als absoluter Nobody mit einem Einsatz von nur 40 Dollar den Weg durch die Online-Qualifikation zum 2,3 Millionen schweren Titel bahnte, war für viele eine moderne Adaption des amerikanischen Traums. Vom Internet-Gambler zum Millionär …

Die ganze Story lesen Sie im aktuellen NEWS!

17.3.2007 21:15
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