Van der Bellens Vater als Nazi bezeichnet? Van Staa will sich nicht entschuldigen
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Nach dem Wirbel um seine Aussagen über die Familie von Grünen-Chef Alexander van der Bellen will sich Tirols Landeshauptmann Herwig van Staa (ÖVP) offenbar nicht öffentlich entschuldigen. Er habe Van der Bellens Vater nie als Nazi bezeichnet, bekräftigte er im ORF-Radio. "Ich kann mich nicht für etwas entschuldigen, was ich nicht gesagt habe", sagte Van Staa.
Er sei aber gerne bereit, mit Van der Bellen über "alle anderen Umstände, Zusammenhänge" zu diskutieren. Mit dem Grünen-Chef habe er "überhaupt keine Berührungspunkte". Aber er würde diese Diskussion entweder unter vier Augen oder auch in aller Öffentlichkeit, etwa im Fernsehen, führen.
Van Staa hatte seine Vorwürfe über eine angebliche NS- Vergangenheit des Vaters von Van der Bellen bereits relativiert. Seine Äußerungen seien "sicherlich im Umfang nicht korrekt, sicher überzogen", gewesen, wurde er zuletzt in NEWS zitiert. Er habe lediglich am Rande einer Pressekonferenz gesagt: "Mir wurde zugetragen, wenn die Familie Van der Bellen 1944 tatsächlich von Estland direkt ins Kaunertal kam, sei das aufklärungsbedürftig. Denn diese Dinge, ja, das sagte ich auch, könnten im Zusammenhang mit Kontakten zu hoch angesiedelten Nazis oder dem Regime stehen."
Lockl findet Stil der ÖVP "letztklassig"
Die Weigerung Van Staas, sich öffentlich zu entschuldigen, spricht nach Ansicht des Grünen Bundesparteisekretärs Lothar Lockl für sich selbst. "Angesichts von Van Staas Verhalten in den letzten Tagen und Wochen war nichts anderes zu erwarten", meinte Lockl in einer Aussendung.
Lockl kritisierte aber nicht nur Van Staa, sondern auch die Bundes-ÖVP, die sich nicht von Van Staa distanziert habe. "Eine Distanzierung von den Aussagen Van Staas wäre das Mindeste gewesen. Stattdessen stärkte VP-Klubobmann Wolfgang Schüssel Van Staa den Rücken. Dieser Stil der ÖVP ist letztklassig", sagte der Grüne Bundessekretär.
(apa/red)
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