"Islamischer 'Monokulturalismus' droht": FPÖ gründet Schutzverein "SOS Abendland"
- Vereinsziel: "Bewahrung und Pflege der Volkskultur"
- Krampus und Sparschwein sollen gerettet werden

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FPÖ-Chef Strache posiert mit "Kollegen" in Uniform
"Nikolaus-Verbot" an Wiener Kindergärten, Sparschwein-Schwund in Londoner-Banken - die FPÖ sieht durch die "Islamisierung" Europas die abendländischen Werte gefährdet, oder zumindest das was sie dafür hält. "Wahrscheinlich wird man in Zukunft verbieten, dass die Kirchenglocken läuten", warnte FP-Chef Heinz Christian Strache vor einem islamischen "Monokulturalismus" in Europa. Gegensteuern will man mit dem nun gegründeten Schutzverein "SOS Abendland".
Die "Bewahrung und Pflege der angestammten, einheimischen Volkskultur unter Einbeziehung der Volkskulturen der autochthonen Sprachkulturen" hat sich der Verein auf die Fahnen geschrieben. Trotzdem will man "kein Schuhblattler-Verein" sein, wie Obmann Werner Neubauer betont. Vereinszweck sei es, "vergessenes Brauchtum wiederzubeleben". Es könne nicht sein, "dass in einer Form von Salami-Taktik jährlich ein Stück unseres Brauchtums und unserer Tradition abhanden kommt".
Gefährdet sieht Vereins-Vize Strache die christlich-jüdischen "abendländischen Werte" vor allem durch die "moderne Völkerwanderung" der vergangenen Jahrzehnte, durch "Parallelgesellschaften" und "Hassprediger", die weder die westliche Demokratie noch die Gleichberechtigung der Frau akzeptieren würden. Moslems können aus seiner Sicht nur dann Teil des Abendlandes sein, "wenn sie sich an unsere Gesellschaftsnormen anpassen" - was für Strache bedeutet, dass man sich nicht nur "an die Gesetze hält", sondern auch heimische Sitten und Gebräuche "respektiert und in Folge beginnt, sie anzunehmen".
"Werteverfall" im Inneren
Gefahr ortet der FP-Chef allerdings auch durch den "Werteverfall" im Inneren, etwa durch die Debatte um die Homosexuellen-Ehe. Deshalb kämpfe die FPÖ als einzige Partei darum, "das traditionelle Familienbild aufrechtzuerhalten". Dass die FPÖ die Eheschließung von gleichgeschlechtlichen Paaren ablehnt, ist für Strache freilich "keine Diskriminierung": Sinn und Zweck der Ehe sei das Aufziehen von Kindern, dies sei Homosexuellen nicht möglich, daher auch keine Homo-Ehe: "Wenn es biologisch möglich wäre, könnte man darüber reden."
Und auch der Aufstellung zusätzlicher zweisprachiger Ortstafeln in Kärnten kann Strache weiterhin nichts abgewinnen, auch wenn die Einbeziehung der "autochthonen Sprachkulturen" ausdrücklich im Vereinszweck genannt wird: "Es gibt dort nichts zu tun, zusätzlich." Die Minderheitenpolitik in Kärnten sei ohnehin vorbildlich.
Finanzieren will sich der Verein einerseits durch Mitgliedsbeiträge und den Verkauf einer Zeitschrift, aber auch durch öffentliche Förderungen, um die sich Neubauer bewerben möchte. Keine Vereinsfunktion hat seinen Angaben zufolge übrigens Helmut Golowitsch. Golowitsch sei nur als Berater in der Anfangsphase tätig gewesen, betonte der FP-Abgeordnete. Kämpfen will der Verein übrigens auch gegen überbordende Anglizismen - folglich beantwortete Strache die englischen Fragen einer türkischen Journalistin bei der Pressekonferenz auch konsequent auf Deutsch. (apa/red)
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