Dienstag, 27. März 2007

Polizeieinsatz rund um Konflikt zwischen Thora-Schule und Friedman: Kind verletzt!

  • Polizei ermittelt gegen heftig umstrittenen "Rabbi"
  • Töchter dürfen nicht in Schule: "Beugeexekution"

Der Konflikt zwischen dem umstrittenen "Rabbi" Moishe Ayre Friedman und der Talmud-Thora-Schule in Wien-Leopoldstadt hat jetzt auch die Polizei auf den Plan gerufen. Friedman kämpft seit Wochen für die Aufhebung des Schulverweises seiner vier Töchter, der nach der Teilnahme ihres Vaters an der Holocaustleugner-Konferenz in Teheran verhängt worden war.

Laut Polizei gibt es derzeit zwei Verfahren in Zusammenhang mit der Causa Friedman: Am Montag soll ein Mitschüler vom Auto Friedmans vor der Schule verletzt worden sein. Die Beamten ermitteln wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung. Am Dienstag soll es in der Schule zu einem weiteren Raufhandel gekommen sein. Ein Schüler behauptete, von den Töchtern Friedmans verletzt worden zu sein. Auch diesen Vorwürfen geht die Exekutive nach.

Der Schulverweis der Kinder Friedmans wird von der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) unterstützt. Der Vater der Kinder würde "im krassen Gegensatz" zu den von der Schule auferlegten Regeln leben; eine Privatschule habe das Recht, dementsprechende Schritte einzuleiten, so die IKG. Die jüdische Gemeinschaft weltweit habe einen Bann, einen so genannten "Cherem", gegen Friedman ausgesprochen. Dies bedeutet den sozialen Ausschluss aus der Gemeinschaft und wird verhängt, wenn ein jüdisches Mitglied der Gemeinschaft einen Schaden für das Judentum herbeigeführt hat.

Friedman selbst hat zwar mittels Einstweiliger Verfügung eine Aufhebung des Schulverweises erreicht. Nachdem sich die Schule weiter weigert, die vier Friedman-Töchter zu unterrichten, wurde jetzt eine gerichtliche "Beugeexekution" beantragt. (apa/red)

27.3.2007 12:09