Donnerstag, 15. März 2007

Nach tragischem Flugunglück: Voice-Rekorder wird in der Schweiz untersucht

  • Untersuchungsstelle schließt Defekt noch nicht aus
  • Verstorbener Pilot aus Osttirol wurde bereits beerdigt

Eineinhalb Wochen nach dem tragischen Flugunfall in Zell am See kann die Flugunfall-Untersuchungsstelle einen technischen Defekt "nach wie vor nicht ganz ausschließen". Der Voice-Recorder des Hubschraubers wird heute zur Auswertung den Kollegen in der Schweiz übergeben. Österreich würden dazu die technischen Möglichkeiten fehlen, sagte Günther Raicher, Leiter der Untersuchungsstelle.

Das Wrack des Helikopters vom Typ AS 332 Super Puma sei bereits vom Gericht freigegeben worden und befinde sich in einem Container am Salzburg Airport. Dort nehmen in den nächsten Tagen die Mitarbeiter der Flugunfall-Untersuchungsstelle die Crashspuren genau unter die Lupe, um detaillierte Aussagen über den Hergang Zusammenstoßes mit dem Sportflugzeug zu erhalten.

Untersucht werde zudem, "aus welcher Richtung das Flugzeug kam und ob die Sicht etwa durch eine Strebe behindert wurde", erklärte Raicher. "An einem intakten Hubschrauber gleicher Bauart werden wir das gesamte Blickfeld des Piloten vermessen." Nicht ganz auszuschließen sei, dass ein Pilot möglicherweise durch einen technischen Defekt abgelenkt worden sei und dadurch das zweite Fluggerät nicht gesehen habe.

Auch eine körperliche Ursache wie beispielsweise ein Herzinfarkt ist noch nicht ausgeschlossen. Die Gerichtsmedizin in Salzburg muss das Ergebnis der chemisch-toxikologischen sowie der feingeweblichen Untersuchungen für das abschließende Obduktionsergebnis der Staatsanwaltschaft erst übermitteln.

Keine Daten mehr kann das zerstörte Triebwerksaufzeichnungsgerät des Hubschraubers liefern: Es wurde bei dem Absturz zu stark beschädigt. Das Wrack des Sportflugzeuges wurde gerichtlich noch nicht freigegeben und wird derzeit in Zell am See aufbewahrt.

Am 5. März waren beim Zusammenprall eines Transporthubschraubers der Schweizer Firma Helog Heliswiss und eines Sportflugzeugs des Typs Katana eines Piloten aus Osttirol im Bereich der Areitbahn acht Menschen ums Leben gekommen. Bei den Opfern handelt es sich um fünf Schweizer, einen Deutschen, einen Franzosen und einen Österreicher. Der verunglückte Osttiroler Franz F. wurde in seiner Heimat beerdigt.

150 Trauernde gedachten den acht Toten
Rund 150 Trauergäste gedachten am Mittwochabend bei einem ökumenischen Gottesdienst in der Pfarrkirche Schüttdorf in Zell am See der acht Opfer des Flugunfalls. Angehörige nahmen nicht daran teil, dafür zahlreiche Einsatzkräfte sowie Vertreter der Botschaften von der Schweiz, Frankreich und Deutschland. Offizieller Vertreter des Bundeslandes war Landtagspräsident Hans Holztrattner. Acht in weiß gehaltene Bouquets der Stadtgemeinde Zell am See zierten die Stufen vor dem Altar. An dem Blumenschmuck angebracht waren Schleifen mit den Nationalfarben der Toten.

(apa/red)

15.3.2007 07:09