Endgültiger Abschied vom Winter: Ab heute sind Frühlingsgefühle hochoffiziell erlaubt
- Frühlingsbeginn: Tag und Nacht heute gleich lang
- Wetter lässt derzeit leider kaum Frühlingsgefühle zu

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Auch wenn ein Blick aus dem Fenster Zweifel aufkommen lässt: Der Frühling ist da. Die Rotationsachse der Erde und der Stand der Sonne - das sind die Bezugspunkte der Astronomen: Am 21. März um 1.07 Uhr Mitteleuropäischer Zeit begann der kalendarische Frühling. In diesem Moment schneidet die Sonne auf ihrer scheinbaren Bahn den Himmelsäquator. Zum Frühlingsanfang geht unser Zentralgestirn genau im Osten auf, steht mittags im Süden und geht exakt im Westen unter - Tag und Nacht sind gleich lang.
In der Redewendung "Sich einen Lenz machen" oder im Lied "Veronika, der Lenz ist da" lebt das wohl älteste deutsche Wort für Frühling weiter. Vom althochdeutschen "Lenzo" abgeleitet, bedeutet es so viel wie "die Zeit, in der lange Tage sind" oder "die Zeit, in der die Tage länger werden". Im heutigen Sprachgebrauch hat eher das Frühlingshafte seinen festen Platz: Frühlingserwachen, zweiter Frühling, Frühlingsgefühle.
Wichtig für Landwirtschaft
Große Bedeutung hat diese Jahreszeit für die Landwirtschaft - auch wenn sich heute kaum jemand an die mehr oder weniger poetischen Anweisungen aus dem Bauernkalender hält. 1771 ist - etwas holprig - zu lesen: "Im Märzen reinige des Gartens Grund und Erden, die Zwiebel kann auch jetzt gesät werden." Hoffentlich nicht in Verbindung mit der Zwiebel ist jener Spruch zu sehen: "Wenn im März viel Winde wehen, wird der Maien warm und schön." Man bleibt aber beim Thema: "Wer will dicke Bohnen essen, darf die Märzsaat nicht vergessen." - und (folgerichtig?): "Wenns donnert in den März hinein, wird's eine gute Ernte sein."
"Schwendtage" sind Unglückstage
"Schwendtage" im März sind der 13., 14 ., 15., und 29. - diese kommen von "schwinden machen" und sind im Gegensatz zu den Lostagen wahre Unglückstage, an denen man nichts Neues beginnen durfte. Es waren obendrein äußerst ungünstige Zeitpunkte für neue Arbeiten, für Reisen jedweder Art, für den Beginn von Geschäften, für Hochzeiten oder Verlobungen, für den Abschluss von Verträgen und für den damals gebräuchlichen Aderlass.
Viele Gelegenheiten zum Feiern
Zwischen März und Juni gibt es zahlreiche Gelegenheiten zum Feiern: Neben Ostern und Pfingsten steht vor allem die Vertreibung des Winters im Vordergrund. In vielen Regionen spielen dabei das Entzünden von Feuern, etwa am Maitag, dem Folgetag der Walpurgisnacht, oder bei den Osterfeuern, die Vernichtung einer den Winter versinnbildlichenden Gestalt und auch Fruchtbarkeitsbräuche, wie der Maibaum und "der Tanz in den Mai", eine große Rolle.
Sexuelle Erregbarkeit steigt
Dazu wird geflirtet und die sexuelle Erregbarkeit steigt immens an. Evolutionsbiologen sind der Meinung, dies sei eine Überbleibsel des geschlechtlichen Jahreszyklus, wie man ihn bei vielen Tierarten findet: Im Frühjahr werden die Umweltbedingungen nach Ende der Frostperiode für Fortpflanzung und Jungenaufzucht günstig.
Jammern über Frühjahrsmüdigkeit
Während die einen vor - sexueller - Energie strotzen, jammern andere über die Frühjahrsmüdigkeit. Gegen diese Schlaffheit kann man aber einiges unternehmen: Gebraucht werden dazu Vitamine, Vital- und Nährstoffe, die neue Lebensgeister wecken. Zusammen mit viel Bewegung im Freien - möglichst bei Tageslicht - sollten sich die Lebensgeister aus dem Winterschlaf wachrütteln lassen.
(apa/red)
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