Samstag, 17. März 2007

31. Parteitag der steirischen SPÖ: Voves
wurde mit 99,21 Prozent wiedergewählt

  • Bestes Ergebnis bisher für steirischen LH bei Wahl
  • Voves überzeugt: "So stark war die Partei noch nie"

Der steirische SPÖ-Landesparteivorsitzende und Landeshauptmann Franz Voves ist beim Parteitag mit 99,21 Prozent der Delegiertenstimmen wieder gewählt worden. Das ist das beste Ergebnis des SPÖ-Chefs bisher. Bei seinem ersten Parteitag 2002 hatte er 99,2 Prozent erhalten, beim Auftaktparteitag im November 2004 zur letztlich erfolgreichen Landtagswahl 2005 hatte Voves 97,9 Prozent bekommen.

Voves bekam von 508 Delegiertenstimmen 504 und somit nur vier Streichungen. 527 von insgesamt 590 stimmberechtigten Delegierten waren nach Weiz gekommen, 508 hatten am Urnengang teil genommen. Bei den anderen Funktionen in Präsidium und Vorstand gab es keine Veränderungen.

Der Landeshauptmann erklärte, er habe "genau die Kraft von Euch bekommen, um all den Rohren, die ein 60-Jähriges Netzwerk der ÖVP aufgebaut hat, zu trotzen. Ich werde mich weiterhin voll einsetzen, das bin ich dem immensen Vertrauen schuldig, das Ihr mir gegeben habt. Für unsere Ideen und Ziele zahlt sich voller Einsatz jeden Tag aus, das verspreche ich Euch", so der wiedergewählte steirische SPÖ-Vorsitzende.

Voves: "So stark war die Partei noch nie"
Zuvor zog Voves in seiner Rede am 31. Parteitag ein Resümee über die knapp eineinhalb Jahre Regierung und was man schon alles umgesetzt habe. Voves' Rede war stark programmatisch und - nach der Neuwahldrohung - kaum mit Spitzen gegen die ÖVP durchsetzt. "So stark wie die steirische Sozialdemokratie jetzt ist, war sie noch nie", meinte er weiters.

Voves zog eine Bilanz über umgesetzte Wahlversprechen - etwa abgeschaffte FH-Studiengebühren - und bezog sich dann auf den Powerplan - das Programm der SPÖ zur "Politik der Erneuerung". Auch auf die Politik der vergangenen Tage ging Voves ein, lobte die Budgeteinigung und das Eingreifen von VP-Obmann LHStv. Schützenhöfer. Er glaube, dass VP-Finanzlandesrat Buchmann gar kein Budget wollte. "Ich werde das Gefühl nicht los, dass dieser Wachler mit Neuwahlen dem Kollegen Schützenhöfer ein bisserl die Augen geöffnet hat". ÖVP-Finanzpolitik sei es gewesen, die in den vergangenen Jahren "Familiensilber im Wert von 1,5 Mrd. Euro verscherbelt hat und uns dennoch einen Schuldenstand von noch einmal 1,5 Mrd. Euro hinterließ".

Nach einem Plädoyer für eine Abschaffung des Proporzes in der Steiermark und für eine bessere Verkehrspolitik für das Land folgte die Versicherung, dass er dem "Bundeskanzler und Parteivorsitzenden Alfred Gusenbauer äußerst dankbar sei für dessen am Grazer Schloßberg abgegebenes Versprechen, dass die Koralmbahn gebaut werde."

Dann widmete sich Voves dem Einfluss der großen Welt auf die "kleine Steiermark". Man könne "nicht gegen den Strom der Globalisierung kämpfen, aber für eine Regulierung, das ist die Garantie für soziale Gerechtigkeit und Frieden in Europa", was ihm erstmals auf dem eher ruhigen Parteitag heftigen Applaus einbrachte. (apa/red)

17.3.2007 16:11