Rabbiner Moishe Arye Friedman in Polen verprügelt: Orthodoxer Jude gesteht Vorfall
- Zaka-Gründer: "Können durchaus richtig austeilen"
- Friedman: "Polizisten haben nicht eingegriffen"

Der Wiener Rabbiner Moishe Arye Friedman, der mit seinem Auftritt bei einer Konferenz von Holocaust-Leugnern in Teheran im November des Vorjahres Aufsehen erregte, sorgt wieder für Schlagzeilen. Jehuda Meshi Zahav, Gründer und Direktor von Zaka, jener orthodoxen jüdischen Organisation, die sich nach Unfällen und Terroranschlägen um die Bergung der Toten kümmert, hat Friedman in Lezajsk in Polen "verprügelt".
"Wir können durchaus richtig austeilen", sagte Meshi Zahav voller Genugtuung, es "diesem schrecklichen Menschen gezeigt zu haben". Er habe Friedman die Brille zertrümmert und den Hut vom Kopf gerissen. "Er ist es nicht würdig, die Anzeichen orthodoxer Juden zu tragen", rechtfertigte Meshi Zahav sein Vorgehen.
Auch Moshe Arye Friedman bestätigte die Tatsache des Vorfalls. Dieser habe sich am 9. März auf dem Friedhof der polnischen Stadt Lezajsk bei einer "religiösen Zeremonie" ereignet.
Jehuda Zahav habe einen "tätlichen Angriff" auf ihn verübt. Im Zuge dieser Auseinandersetzung habe er, Friedman, "Verletzungen am ganzen Körper" davongetragen. Er ging nicht im Detail darauf ein, um was für Verletzungen es sich gehandelt hatte.
Polizisten schauten zu
Der Angriff sei vor den Augen einer Gruppe polnischer Polizisten abgelaufen, die nicht eingegriffen hätten, "weil sie korrupt sind", formulierte Friedman. Auch Medienvertreter seien bei dem Zwischenfall anwesend gewesen, hätten sich aber "nicht getraut", darüber zu berichten. Auf die Frage, warum er den Vorfall nicht sofort öffentlich gemacht habe, sagte Friedman, er sei dazu "gesundheitlich nicht im Stande gewesen".
Friedman umstritten
Friedman tritt als Oberrabbiner einer antizionistischen orthodoxen jüdischen Gemeinde auf. Seine Tätigkeit wird von der Israelitischen Kultusgemeinde nicht anerkannt, die ihn als Selbstdarsteller bezeichnet. Er haben nie ein anerkanntes Rabbiner-Diplom erhalten und sei lediglich einige Jahre in einem Institut für höhere rabbinische Lehren Student gewesen.
Die Kultusgemeinde kritisiert insbesondere, dass Friedman regelmäßig bei Veranstaltungen der extremen Linken und Rechten anzutreffen ist, bei denen der Holocaust relativiert und gegen das Existenzrecht des jüdischen Staates agitiert wird. (apa/red)
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