Mittwoch, 7. März 2007

Südost-Tangente soll verlängert werden: Von Hirschstetten zur Nordost-Umfahrung

  • Derzeit läuft allerdings noch die Variantenprüfung
  • Das neue Autobahnstück könnte bis 2015 fertig sein

Die Autobahngesellschaft Asfinag plant trotz Geldknappheit und unsicherer Zeitpläne weiter an Straßenprojekten in Wien. So soll die Südost-Tangente (A23), Österreichs meist befahrene Autobahn, nördlich der Donau zur geplanten Nordost-Umfahrung (S1) verlängert werden. Für die acht Kilometer lange Strecke läuft derzeit die Variantenprüfung.

Rund 400 Mio. Euro soll die Stadtautobahn kosten. Sie wird entlang der ÖBB-Verbindung nach Pressburg ("Marchegger Ast") quer durch den Bezirk Donaustadt bis zum S1-Knoten Raasdorf verlaufen und über zwei Mal zwei Fahrstreifen plus Pannenstreifen verfügen. Die Fertigstellung wurde lange für das Jahr 2015 angekündigt, jetzt bezeichnet die Asfinag dies nur noch als frühest möglichen Zeitpunkt. Man verweist auf Infrastrukturminister Werner Faymann (S) und dessen für Ende März angekündigte Prioritätenreihung bei Straßen- und Schienenverkehrsprojekten.

Bei Hirschstetten rechts
Wird die A23-Verlängerung tatsächlich gebaut, soll sie beim Knoten Hirschstetten Richtung Osten abbiegen. Die bestehende Autobahn Richtung Norden wird dann S2 heißen. Auch eine Abzweigungsvariante beim südlicher gelegenen Knoten Stadlau wurde geprüft, hat sich aber als "nicht wirklich realisierbar herausgestellt", so Asfinag-Projektleiter Thomas Steiner. Die Verknüpfung hätte dort unterirdisch ausgeführt werden müssen.

Drei Varianten
Im Gespräch sind nun drei Varianten der Anbindung. Teuer und kompliziert wäre die Unterquerung von Hirschstetten in einem drei Kilometer langen Tunnel, der in geschlossener Bauweise erreichtet würde. Bei den anderen beiden Routen würden Tunnels mit einer Länge zwischen einem und eineinhalb Kilometern in offener Bauweise errichtet, wobei man entweder quer durch die städtischen Blumengärten Hirschstetten oder zwischen Gemeindebausiedlungen graben müsste. Eine Festlegung gibt es noch nicht, die Variantenprüfung sei "ergebnisoffen", so Steiner.

Zeitplan
Die reine Bauzeit für die Autobahn soll drei bis dreieinhalb Jahre dauern. Aus heutiger Sicht wird am Vorprojekt noch bis Anfang/Mitte 2008 gearbeitet. Im Jahr 2009 wäre die Einreichphase für die Umweltverträglichkeitsprüfung. Nach weiteren Verfahren und der Ausschreibung könnte theoretisch Ende 2011 mit dem Bau begonnen werden. Abhängig ist all das allerdings von den bevorstehenden Entscheidungen des Verkehrsministeriums. In der Asfinag betont man zudem, dass das Projekt nur dann sinnvoll ist, wenn die Nordost-Umfahrung tatsächlich realisiert wird. (APA/red)

7.3.2007 14:02