Unter die Erwartungen geflogen: AUA- Jahresergebnis verschlechterte sich 2006
- Kersoninpreise und Personalabbau belasten Fluglinie
- Auch 2007 werden wieder 960 Planstellen abgebaut

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Die erste Bilanz von AUA-Vorstandschef Alfred Ötsch fiel ähnlich negativ aus wie die letzte seines Vorgängers Vagn Sörensen. Das Jahresergebnis lag mit -129,9 Mio. Euro noch geringfügig unter jenem des Jahres davor (-129,1 Mio. Euro), wobei hohe Treibstoffkosten mit 75 Mio. Euro zu Buche schlugen. Ein wesentlicher Kostenfaktor war auch der Abbau von 960 Planposten, der die AUA mehr als 90 Mio. Euro kostete.
Bei der Bilanzpressekonferenz bezifferte die AUA erstmals das Ausmaß des geplanten Personalabbaus: 960 Planstellen sollen wegfallen, unter Berücksichtigung von natürlicher Fluktuation, Vakanzen und anderer Faktoren gehe es letztlich um rund 500 Mitarbeiter, denen der Abschied schmackhaft gemacht werden soll. Bei den Piloten sei das Thema bereits abgeschlossen, beim Kabinenpersonal könne man gut "aussteuern" und beim kaufmännisch-technischen Personal sei man "auf einem guten Weg". Ötsch zeigte sich "zuversichtlich, dass wir alles einvernehmlich machen können". Die AUA hat aktuell 8.600 Mitarbeiter.
AUA "auf neuem Kurs"
Die AUA sei nach Einleitung wichtiger Restrukturierungsschritte "auf neuem Kurs". Die Flugumsätze steigen, die Einheitserträge wuchsen stärker als die Kosten. Die AUA werde sich jetzt auf ihre Stärken konzentrieren, konkret die Osteuropa-Kompetenz und Qualität - vorerst in Form von wiedereingeführten Bordmenüs in der Economy-Klasse und Liegesesseln in der Business Class.
Eine Ergebnisprognose für 2007 wollte Ötsch heute noch nicht geben, es soll "alles besser werden", hieß es. Über eine mögliche Dividende werden sich AUA-Aktionäre frühestens 2009 freuen können.
Die Kapitalerhöhung im Volumen von 367 Mio. Euro vom vergangenen Herbst - samt vorangegangenem Kapitalschnitt - ermöglichte den Abbau der Nettoverschuldung von 1,08 Mrd. Euro auf 715,7 Mio. Euro. Der Verschuldungsgrad sank von 191,6 auf 91,2 Prozent. Die Kapitalerhöhung würden die AUA "widerstandsfähiger machen für externe Krisen", so Finanzvorstand Thomas Kleibl.
Langstrecken gestrichen
Die AUA hat einen Teil ihrer Langstrecke gestrichen, Flüge nach Australien fallen ebenso weg wie Verbindungen nach Shanghai, Phuket, Kathmandu, Kuala Lumpur, Mauritius oder in die Karibik. Gestrichen werden 30 Prozent des Sitzplatzangebots. Die Hälfte davon werde wieder wettgemacht durch neue Ziele (Burgas, Erbil und Chicago), Streckenaufstockungen und den Einsatz größeren Fluggeräts.
Eine Kerosinsteuer ohne internationale Abstimmung wäre eine "Wettbewerbsverzerrung" und damit "ein Schuss ins Knie für Europa", warnte Ötsch. Eine solche Steuer würde höhere Ticketpreise bedeuten, weil die Airlines die Kerosinkosten weitergeben würden. Von der Steuer wären Billigfluggesellschaften stärker betroffen, weil deren Kunden weit preissensibler seien.
AUA-Werbelinie gegen SkyEurope
Mit einer neuen Werbelinie greift die AUA den Mitbewerber SkyEurope an, der ab Ende März Direktflüge ab Wien anbietet. "Würden Sie eine Karte für das EM-Finale kaufen, die nur für die erste Halbzeit gilt?" oder "Spätestens wenn Sie bei SkyEurope den Rückflug buchen, dann sagen Sie AUA", lauten die Slogans.
Zudem betreibe der Mitbewerber "bewusste Täuschung", wenn er Florenz oder Venedig als Ziele anbiete, in Wahrheit aber nach Pisa bzw. Treviso fliege. Das sei auch strafrechtlich relevant, so Ötsch.
In Sachen Slovak Air, der mittlerweile insolventen slowakischen Tochter, für die das Ministerium zugesagte Schulden nicht zurückbezahlt, will Ötsch jetzt auf Schadenersatz klagen. "Es geht um einen zweistelligen Millionenbetrag", hieß es. Eine Schadens-Größenordnung von 20 Mio. Euro stellte Finanzvorstand Kleibl in Abrede. (apa/red)

