Kein weiteres Wachstum mehr? Bio in aller Munde, Experten sehen aber Plafond erreicht
- Bio-Anteil beim Einkaufen von 5,2 auf 5,5% gestiegen
- Zahl der Biobauern zuletzt auf 20.500 angestiegen

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Der Markt für Bio-Produkte wächst unaufhaltsam. Die Handelsketten bauen ihr entsprechendes Sortiment aus, immer mehr Bauern zeigen sich bereit, die strengen Vorschriften für biologisch produzierte Lebensmittel einzuhalten. Dennoch könnte es für Bio-Produkte eng werden. Experten sehen für den bisher stark wachsenden Bio-Markt bald den Plafond erreicht.
Laut Daten der Agrarmarkt Austria aus dem aktuellen Haushaltspanel RollAMA ist der Bio-Anteil am Gesamtmarkt im Vorjahr weiter gewachsen und legte von 5,2 auf 5,5 Prozent in der Menge und von 4,5 auf 4,8 Prozent im Wert zu. Im heimischen Lebensmittelhandel wurden 2006 Bio-Produkte (exklusive Brot) im Wert von knapp 200 Mio. Euro verkauft, nach 184 Mio. Euro 2005. Am deutlichsten sind die Steigerungen im Bio-Milchbereich zu beobachten.
Plafond erreicht?
Trotz des anhaltenden Booms mehren sich aber nun die Stimmen, dass bald ein Plafond erreicht werden könnte. Die gute Nachfrage nach Biolebensmittel werde zwar anhalten, einen großen Einstiegsboom seitens der Landwirte erwartet Rupert Lindner von der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammer Österreich aber nicht mehr. Dafür seien die Signale aus dem Markt zu schwach. "Bio ist aber nach wie vor eine sichere Chance in der Zukunft", betonte der Experte.
Auch der Handelsforscher Peter Schedlitz von der Wirtschaftsuniversität Wien erwartet, dass es "langsam eng wird im Bio-Segment". Nach den Pionieren Spar und Rewe setzen nun sogar Diskonter, vor allem Hofer, voll auf biologisch produzierte Lebensmittel. Rasant wachsen auch spezielle Bio-Supermarkt-Ketten. Das hat die Branche zwar auf ein neues Rekordniveau gehoben, das zusätzliche Wachstumspotenzial wird aber immer geringer.
Bioanteil verdoppelbar?
Beim größten heimischen Bioverband, Bio Austria, sieht man den Plafond dagegen noch lange nicht erreicht. Geschäftsführer Johannes Tomic geht davon aus, dass noch größere Märkte vorhanden sind und der Bio-Anteil auf zehn bis zwölf Prozent verdoppelt werden könne.
Die Zahl der Biobauern ist zuletzt leicht auf rund 20.500 angestiegen. Stark zugelegt, nämlich um zehn Prozent, hat allerdings die Fläche, auf der biologisch produziert wird. (apa/red)
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