Sonntag, 11. März 2007

Stereotype Geschlechterrollen und weniger Gehalt: Kritik an Österreichs Frauenpolitik

  • UNO: "Tiefverwurzelte Haltungen und Vorurteile"
  • Experten-Lob für Einsatz einer Frauenministerin

Ein gemischtes Zeugnis stellt die UNO Österreich bezüglich der Gleichstellung der Frau aus. Der Sachverständigenausschuss der "CEDAW-Konvention" lobt den Einsatz einer Frauenministerin und "eine Reihe von neuen Gesetzen für mehr Gleichberechtigung von Mann und Frau". Kritisiert werden die "tiefverwurzelten traditionellen Haltungen und Vorurteile" bezüglich der gesellschaftlichen Rollenverteilung.

"Das Komitee ist besonders besorgt über die immer noch vorherrschende Stereotypisierung der Geschlechterrollen - Frauen als Mütter und für die Familie zuständig, Männer in der Rolle als Ernährer", heißt es in der Evaluierung von 2007. Solche Vorurteile seien eine große Hürde für die Umsetzung von mehr Gleichberechtigung, die mit Benachteiligungen am Arbeitsmarkt einhergehen, so die Experten.

Ein weiterer Kritikpunkt: die Konzentration von Maßnahmen zu mehr Gleichberechtigung auf den Bereich der Beschäftigung sowie die mehrmaligen "Umstrukturierungen" der Verwaltung der Frauenpolitik in den letzten Jahren. Außerdem wird auf die Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt hingewiesen, insbesondere auf die Einkommensschere und den hohen Anteil von Frauen bei Teilzeitjobs.

Die Konvention zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (CEDAW) ist ein internationales Übereinkommen der UNO zu Frauenrechten. Die Einhaltung der Konvention wird von einem Sachverständigenausschuss überwacht.

Nationalratspräsidentin und SP-Bundesfrauenvorsitzende Prammer lädt zur Präsentation des CEDAW-Berichts ins Parlament. Vertreterinnen des Außenministeriums, der Arbeiterkammer sowie von NGOs werden dabei auf die unterschiedlichsten Teilaspekte der UNO-Bewertung eingehen.
(apa/red)

11.3.2007 10:05