Donnerstag, 8. März 2007

Internationaler Frauentag seit 96 Jahren! Öffentliche Einrichtungen öffnen ihre Pforten

  • Ziel: Die Probleme von Frauen zur Sprache bringen!
  • Politikerinnen laden zum persönlichen Gespräch ein

Der "Internationale Frauentag" , der heute am 8. März in aller Welt begangen wird, geht auf eine Initiative der deutschen Linkspolitikerin Clara Zetkin, geborene Eißner (1857-1933), zurück. Die ursprüngliche Sozialdemokratin und spätere Kommunistin trat seit 1889 öffentlich für die Rechte der Frauen ein. Zetkin, eine Mitkämpferin der Revolutionärin Rosa Luxemburg, war als Mitglied der KPD Alterspräsidentin des letzten demokratisch gewählten deutschen Reichstags (1932).

1975 wurde der 8.März schließlich von der UNO als Gedenktag anerkannt und soll auf die speziellen Probleme von Frauen aufmerksam zu machen. Zum ersten Mal seit sieben Jahren "feiert" mit Doris Bures (S) diesmal auch wieder eine österreichische Frauenministerin mit. Bures wird die Gelegenheit nutzen, um sich der Öffentlichkeit zu präsentieren. Sie lädt in ihr Büro zum "Talk". Auch das Parlament und das Wiener Rathaus werden aus diesem Anlass die Pforten öffnen.

Bures will Zeichen setzen
"Mit einem eigenständigen Frauenministerium hat die Regierung ein deutliches Zeichen gesetzt: Frauen sollen wieder eine starke Stimme bekommen", so Bures zur Errichtung ihres Ressorts in der neuen Regierung. Dieses war freilich nicht unumstritten. So hat beispielsweise die Tatsache, dass sie über kein eigenes Budget verfügt, Zweifel an ihrem Handlungsspielraum aufkommen lassen. Bures entgegnete diesem Argument stets, sich "überall einmischen zu wollen": "Ich will und werde nicht nur am Frauentag Ungleichheiten aufzeigen und die Finger auf offene Wunden legen."

Politikerinnen im Talk
Wer die frisch gebackene Frauenministerin (Bures wurde auf Grund der Verschiebung der Agenden erst letzte Woche auf ihr Ressort angelobt) persönlich kennen lernen will, wird jedenfalls am Frauentag um 17:00 bei einem Themengespräch in ihrem Büro am Minoritenplatz die Gelegenheit dazu haben. Mit der Ausstellung "Hinter der Fassade" wird die Ministerin außerdem einen ihrer politischen Schwerpunkte, "Gewalt in der Familie", thematisieren.

Open House
Auch im Parlament und im Wiener Rathaus werden anlässlich des Frauentages zahlreiche Veranstaltungen stattfinden. Im Hohen Haus soll auf unentgeltlichen Frauenrundgängen speziell Fragen zum Thema Frauen und Politik nachgegangen werden (Treffpunkt Besucherzentrum 13 Uhr, 13.30 Uhr, 14 Uhr und 14.30 Uhr). Anschließend wird man die Chance haben, Politiker und Politikerinnen kennen zu lernen und mit ihnen zu debattieren. Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (S) und die Dritte Präsidentin des Nationalrats Eva Glawischnig-Piesczek (G) veranstalten im Parlament um 16:00 gemeinsam eine Podiumsdiskussion, für die man allerdings eine spezielle Einladung benötigt. Im Rathaus wird es ein Themengespräch mit Frauenstadträtin Sandra Frauenberger (S) geben.
(apa/red)

8.3.2007 09:05