Donnerstag, 12. April 2007

Roaming-Beschluss der EU bis Juni fertig?
Preisregelung für Europa wird beschleunigt

  • Möglicher Kompromiss: EU-Tarif und Roaming-Börse
  • Vorschlag soll bereits in Kürze konkretisiert werden

Die EU-Staaten wollen die geplante Richtlinie zur Senkung der europäischen Roaming-Tarife beschleunigen. "Alle Anstrengungen sollten unternommen werden, damit der Gesetzesprozess zur Reduktion der Roaming-Tarife bis zum Ende des ersten Halbjahres 2007 erfolgreich abgeschlossen wird", hieß es im Entwurf zu den Schlussfolgerungen beim EU-Gipfel in Brüssel.

Der zuständige Europaparlaments-Berichterstatter, der ÖVP-EU-Abgeordnete Paul Rübig, erklärte, er sei überzeugt, dass sich eine "Mehrheit im Europäischen Parlament" hinter "eine deutliche Absenkung der Maximalpreise für Endverbraucher" stellen werde. Nächste Woche will er sein "Verhandlungsangebot mit konkreten Zahlen" präsentieren.

Kompromiss vorprogrammiert?
"Eine europaweite Preisregelung sowohl auf Großhandels- als auch Endkundenebene", so Rübig in einer Pressemitteilung, sei "notwendig, damit ein funktionierender wettbewerbsfähiger Markt entsteht, der Verbrauchern und Betreibern gleichermaßen zu Gute kommt". Allerdings will er der Industrie, wie er sagt, "ein Angebot machen", wonach es zu "keiner Zwangsregulierung durch einen Zwangstarif ab sofort und für alle" kommen soll, sondern wonach den Konsumenten die Wahl zwischen ihrem bisherigen Tarifmodell und einem "fairen Euro-Tarif" geboten werden soll.

All-Inclusive wünschenswert
Außerdem soll es nach Vorstellung Rübigs in Zukunft bei jedem Betreiber einen "All-Inclusive-Tarif" geben, mit dem man in jedem EU-Land für Sprachtelefonie, Datenübertragung gleichermaßen wie SMS oder MMS denselben Preis zahlt. "Das wäre doch einmal ein echtes Angebot an mobile Konsumenten", erklärte Rübig.

Missmut über Richtlinie
Die EU-Kommission hatte vergangenen Juli eine fixe Obergrenze für Roaming-Tarife vorgeschlagen, wonach die Handy-Tarife im EU-Ausland für österreichische Handy-Kunden etwa generell um die Hälfte und die lästigen Passiv-Gebühren für empfange Anrufe im EU-Ausland sogar auf ein Drittel gekappt werden sollten. Der radikale Vorschlag stieß jedoch nicht nur bei den Mobilfunkern, sondern auch in den eigenen Mitgliedstaaten auf Widerstand - so auch in Österreich, wo die Betreiber von zahlreichen Touristen profitieren. (apa/red)

12.4.2007 13:54