Mittwoch, 7. März 2007

Ausstellung: Donald regiert die Welt

  • Duck-Invasion in Krems

Manfred Deix und Gottfried Helnwein präsentieren Donald und Schöpfer Carl Barks im Karikaturmuseum. Ausstellung: Das Karikaturmuseum Krems zeigt Barks-Originale und wertvolle Erstdrucke.

Eine Ente schreibt Weltkulturgeschichte, und die Nachgeborenen bemühen die höchsten Vergleiche. Manfred Deix etwa reiht Donald Duck eine Ewigkeit vor die Brüder Grimm. Die seien nur „Langeweiler und dumme Herren“, wollte man sie mit dem Federvieh vergleichen. Dessen Ausdruckskräfte könnten allenfalls an Hieronymus Bosch und Dalí gemessen werden. Allerdings, der echte Feinspitz konsumiert nicht jede Ente: Wirklich authentisch sei nur die zwischen 1942 und 1965 vom genialen Zeichner Carl Barks bereitete.

Er verhalf Donald zum fulminanten, erdballumspannenden Siegeszug. Deix: „Barks hat Donald zur Höchstform auflaufen lassen. Alles, was nach ihm gekommen ist, ist Schrott!“ Weshalb der Cartoonist mit seinem Ehren-Entenhausener Blutsbruder Gottfried Helnwein eine Ausstellung im Karikaturmuseum Krems kuratiert. „Donald Duck … und die Ente ist Mensch geworden“ vereint ab 25. März 250 Exponate, unter ihnen wertvolle Originalzeichnungen Barks’, Erstausgaben und Werke von Künstlern, die Barks inspiriert hat. Gottfried Helnwein, mit seinen Donald-Großformaten in der Schau vertreten: „Von Donald hab ich mehr gelernt als in jeder Schule. Donald ist ein wichtiger Teil der Kunstgeschichte. Auf der einen Seite ist er die totale Abstraktion: Wenn man genau hinschaut, besteht Donald nur aus einer schwarzen Linie, die ein Wesen darstellt, das es eigentlich nicht gibt, das entfernt an eine Ente erinnert. Andererseits spiegelt er Emotionen wieder wie kaum ein Kunstwerk zuvor. Man weiß sofort, ob er verblüfft, erschöpft oder wütend ist. Da können auch die größten Werke der Renaissance nicht mithalten. Mona Lisa ist toll gemalt, aber welche menschliche Emotionen drückt sie aus?“

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7.3.2007 17:51