Mittwoch, 7. März 2007

Weltberühmter Philosoph tot: Franzose Jean Baudrillard im Alter von 77 Jahren gestorben

  • Germanist zuletzt Professor für Medien und Kultur

Der weltberühmte französische Soziologe Jean Baudrillard ist tot. Wie Vertraute Baudrillards der Nachrichtenagentur AFP sagten, starb er am Dienstag, 6. März, in Paris. Der einstige Deutschlehrer Baudrillard, der auch als Philosoph bekannt war, wurde 77 Jahre alt.

Baudrillard studierte zunächst Germanistik an der Sorbonne in Paris. Von 1958 bis 1966 war er Deutschlehrer an einer französischen Oberschule. Zugleich betätigte sich Baudrillard als Literaturkritiker und Übersetzer (Hölderlin, Peter Weiss) und studierte Philosophie und Soziologie an der Universität Paris-Nanterre. 1968 promovierte er dort bei Henri Lefebvre und übernahm im gleichen Jahr einen Lehrstuhl für Soziologie an der Universität Paris-Nanterre. Von 1966 bis 1970 unterrichtete Baudrillard als Maitre Assistant und von 1970 bis 1972 als Maitre de Conferences en Sociologie in Paris und erlebte dabei in Nanterre den Mai 1968.

1987 habilitierte er mit "L'Autre par lui-meme" (dt. Das andere Selbst, Wien 1987) und beendete seine Lehrtätigkeit. 1982 erschien sein Buch "Der symbolische Tausch und der Tod", es bezieht sich auf Gedanken von Georges Bataille und stellt bald ein zentrales philosophisches Werk der Postmoderne dar. Von 1986 bis 1990 war er Directeur Scientifique (Wissenschaftlicher Direktor) am IRIS (Institut de Recherche et d'Information Socio-Economique) an der Université de Paris-IX Dauphine. 1995 erhielt er (zusammen mit Peter Greenaway) den Siemens-Medien-Preis.

Bis zuletzt war Baudrillard Professor für Medien und Kultur an der European Graduate School in Saas-Fee. Neben seiner Arbeit auf dem Gebiet der Philosophie und Soziologie widmete er sich auch jahrelang der Fotografie. (apa)

7.3.2007 09:01