Mittwoch, 7. März 2007

Mindestlohn als Ziel: Verhandlungen über Generalkollektivvertrag nun aufgenommen

  • 1.000 € brutto: Regierung wünscht sich General-KV

Die Sozialpartner haben die Ausverhandlung des im Regierungsübereinkommen festgelegten Mindeslohns von 1.000 Euro brutto in Angriff genommen. Geht es nach der Regierung, soll dieser über einen General-Kollektivvertrag fixiert werden. Nun hat es dazu bei Wirtschaftskammerpräsident Leitl und ÖGB-Präsident Hundstorfer mit den Präsidenten der Kammern der freien Berufe ein erstes Treffen gegeben.

Beide Sozialpartner-Vertreter orteten beim ersten Treffen eine grundsätzliche Bereitschaft der Beteiligten, den Mindestlohn von 1.000 Euro brutto umzusetzen. Erster Schritt sei nun, eine Bestandsaufnahme durchzuführen, um zu eruieren, wie viele Betroffene es gibt, die unter den angepeilten 1.000 Euro liegen, so WKÖ- Generalsekretär Reinhold Mitterlehner. Auch der Präsident des Bundeskomitees der Freien Berufe, Gerhard Benn-Ibler, sieht eine grundsätzliche Bereitschaft der neun Kammern der Freien Berufe zur Durchsetzung des Mindestlohnes.

Über einen General-Kollektivvertrag werde dies aber nicht gehen, so Benn-Ibler. Denn die einzelnen Kammern der freien Berufe können nur eigene Kollektivverträge abschließen. Es werde hier vermutlich eine "konzertierte Aktion" geben, so der Bundeskomitee-Präsident.

Mitterlehner berichtete ebenfalls von Widerstände gegen einen Generalkollektivvertrag oder "gar einer gesetzlichen Regelung". Er stellte daher als zweiten Schritt eine mögliche Selbstverpflichtung der betroffenen Gruppen, den Lohn anzuheben, in den Raum. Laut ihm gibt es ohnehin nur mehr wenige Kollektivverträge, die noch unter 1.000 Euro brutto liegen. Mitterlehner rechnet damit, dass innerhalb der nächsten zwei Monate eine Lösung gefunden und der Regierung präsentiert wird. (APA)

7.3.2007 15:44