Lehren aus WM in Deutschland: Sicherheits-Konzept für EURO musste verbessert werden
- Deutsche waren auf Fanansturm nicht vorbereitet
- Österreich könnte wieder Grenzkontrollen einführen
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Das Sicherheitskonzept für die Fußball-Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz musste nachgebessert werden. Günther Marek, Sicherheitsprojektleiter für die EURO 2008, sagte bei der SPÖ-Sport-Enquete, das hätte man bei den Hospitationen österreichischer Polizeibeamter bei der Weltmeisterschaft in Deutschland gesehen: "Wir waren auf die gewaltige Dimension des Fanansturms nicht genug vorbereitet."
Welches Ausmaß das bekommen könnte, sieht man an der Kalkulation der Besucherzahlen für die Public-Viewing-Bereiche. Auf jeden Inhaber eines Matchtickets rechnen die Veranstalter vier Personen, die sich eine der Partien auf einem der öffentlichen Plätze mit Großbild-Leinwänden anschauen werden. Hochgerechnet wären das in den drei Wochen knapp 2,5 Millionen Public Viewer allein in Österreich und mehr als vier Millionen insgesamt.
Die gute Nachricht: "Es ist für uns wichtig, dass das Sicherheitskonzept in Deutschland inhaltlich aufgegangen ist", sagte Marek. Wichtig sei diese Nachricht deshalb, "weil wir ein sehr ähnliches Konzept haben". So soll die Polizei ähnlich wie in Deutschland grundsätzlich freundlich und hilfreich auftreten. Der internationalen Kooperation kommt ebenfalls wesentliche Bedeutung zu.
In Deutschland wurden je nach Sicherheitslage temporär Grenzkontrollen wieder eingeführt. "Das hat sich bewährt. Es sieht derzeit so aus, als würden diese temporären Grenzkontrollen auch bei uns eingeführt. Das ist aber eine politische Entscheidung", sagte Marek.
Die Sicherheitsstrukturen sind in Österreich und der Schweiz weitgehend angeglichen, sagte der Schweizer Projektleiter für die Sicherheit, Martin Jäggi. Jeder österreichische leitende Beamte hat ein Schweizer Pendant und umgekehrt.
Die Planungen sind in beiden Ländern detailliert und umfangreich. So gibt es sogar Überlegungen, wie man mit dem immer wiederkehrenden Phänomen jener Fans umgeht, die nicht nur ohne Tickets, sondern auch ohne Quartier zu Großveranstaltungen reisen. "Wir brauchen Billigstquartiere", sagte Jäggi. Das könnten zum Beispiel Zeltlager oder -städte sein.
(apa/red)










