Samstag, 10. März 2007

Ein Büffel sorgt für Furore: Vaneks 26 ist
in "Hockeytown" Buffalo eine große Nummer

  • 23-Jähriger spielt sich in 2. Saison in Herzen der Fans

Buffalo ist nicht New York City und schon gar nicht Las Vegas oder Miami. Buffalo ist "Hockeytown". In der mit rund 285.000 Einwohnern zweitgrößten Stadt des US-Bundesstaates New York sagen sich in den langen und kalten Wintern Fuchs und Hase "Gute Nacht". Was die Menschen in der Industriestadt am Eriesee, unweit der Niagarafälle, aber zu südländischer Begeisterung treibt, sind ihre sportlichen Aushängeschilder: Die Bills in der National Football League (NFL) und die Sabres in der National Hockey League (NHL).

Der 23-jährige Steirer Thomas Vanek hat sich in seiner zweiten Saison mit bisher 34 Toren und 30 Assists in die Herzen der beträchtlichen Schar von Eishockey-Fans in der US-kanadischen Grenzregion gespielt. Seine '26' ist in den Verkaufslisten der Sabres-Trikots eine große Nummer. Nachdem Buffalo im Vorjahr, Vaneks Rookie-Saison, erst im Finale der Eastern Conference ausgeschieden war, wollen die Sabres heuer den Stanley Cup holen. Die Chancen stehen gut, liegt das Team von Headcoach Lindy Ruff nach 67 Partien trotz hartnäckiger Verletzungsprobleme doch an der Spitze des Ostens.

Der Österreicher fühlt sich wohl in Buffalo, er ist der aktuell beste Sabres-Goalgetter und die Fans danken es ihm mit Zuneigung. "Wir lieben Tommy, er muss lange bleiben", fordert Busfahrer Greg und Barkeeper Chris erklärt die wachsende Popularität Vaneks so: "In der vergangenen Saison hat er noch zu europäisch gespielt, ist zu wenig auf den Körper gegangen. Dann hat ihn Ruff in den Playoffs auf die Tribüne gesetzt und Tom hat daraus gelernt." Für die 16-jährige Schülerin Carol ist das einerlei: "Er spielt großartig und ist so süß."

Stanley Cup bleibt das große Ziel
"Süß" hin oder her, auf dem Eis zählt nur Leistung und die bringt Vanek. "Ich habe mich in allen Bereichen verbessert, einen Sprung nach vorne gemacht, aber es geht immer noch mehr. Perfekt ist es natürlich nie, man kann immer besser spielen", meint der ehrgeizige Stürmer dazu. "Das erste Jahr ist immer ein Lernjahr, egal wo man spielt. Mit dieser Saison bin ich schon sehr zufrieden. Ich wollte besser sein als in der vergangenen Saison und das ist mir bisher gut gelungen."

Läuft es nach den Wünschen von Vanek und seinen Teamkollegen, führt der Weg der Sabres heuer auf den Eishockey-Olymp. "Der Stanley Cup ist auf jeden Fall unser großes Ziel. Dafür sind wir alle da und arbeiten schon die gesamte Saison sehr hart", erklärt der von Buffalo 2003 in der ersten Runde gedraftete Torjäger. Auch seine langfristige sportliche Zukunft kann sich Vanek gut in Buffalo vorstellen: "Viele Spieler sind noch sehr jung und wir können sicher noch lange gut sein. Da will ich auf jeden Fall dabei sein. Wir haben eine super Truppe, die sich untereinander auch sehr gut versteht."

Show me the money!
Im Sommer läuft sein aktueller Vertrag aus, dann wird Vanek mit den Sabres über einen neuen und mit Sicherheit außerordentlich gut dotierten Kontrakt verhandeln. Der NHL-Crack weiß die Begeisterung zu schätzen: "Buffalo ist eine große Eishockeystadt, die Leute lieben den Sport." Das Freizeitangebot spielt für Vanek, dessen Langzeitfreundin Ashley im Moment noch zwischen Minnesota und Buffalo hin und her pendelt, nur eine untergeordnete Rolle: "Viel Freizeit haben wir ohnehin nicht. Die wenigen freien Tage verbringe ich mit Relaxen, Kino und Essen gehen."

Hotel-Portier John wüsste jedenfalls einen guten Grund, viele Jahre für die Sabres zu spielen: "Die Atmosphäre in der regulären Saison ist noch gar nichts. Die NHL-Playoffs in Buffalo, das ist Rock 'n' Roll."

(apa/red)

10.3.2007 14:01