Montag, 12. März 2007

Schützenfest in Wien: Capitals wahrten mit 10:7-Sieg gegen Innsbruck Playoff-Chancen

  • Bullen leisten Schützenhilfe: 3:2 gegen Jesenice
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Sechs der acht Positionen in der Erste Bank Eishockey Liga sind nach der 55. Runde bezogen, um Playoff-Platz vier kommt es aber am Dienstag zum großen Finale zwischen Jesenice und den Vienna Capitals. Die Wiener siegten daheim in einem selten trefferreichen Match gegen Innsbruck 10:7 und liegen nun nur noch einen Zähler hinter Jesenice, 2:3-Verlierer bei Grunddurchgang-Sieger Salzburg.

Der Sieger der Dienstag-Partie steigt auf, bei Punktgleichheit würden die Capitals im Vergleich der acht direkten Duelle voran liegen und im Playoff auf Salzburg treffen.

Die Black Wings Linz holten mit einem 5:2-Heimerfolg gegen Schlusslicht Graz 99ers Rang drei und spielen damit im "best of five"-Playoff gegen Meister VSV um den Final-Einzug. Die Villacher erhielten einen Dämpfer, bezogen sie doch im Ausmaß von 1:2 gegen den KAC die erste Niederlage in einem Kärntner Derby seit 30. Dezember 2004.

Capitals wahren Playoff-Chancen
Die Vienna Capitals haben sich in einer wahren Treffer-Orgie mit einem 10:7-Heimsieg gegen HC Innsbruck ihre Playoff-Chance gewahrt. Die Wiener rangieren damit vor der letzten Runde im Grunddurchgang zwar noch einen Punkt hinter Jesenice, würden aber mit einem Auswärtssieg im direkten Duell am Dienstag ab 19:15 Uhr an den Slowenen noch vorbei ziehen und ins Semifinale kommen.

Die Leistung der Capitals war allerdings nicht ganz so berauschend wie das Ergebnis. Zweimal gaben sie einen Zweitore-Rückstand aus der Hand, und die Defensiv-Leistung lässt für die entscheidende Partie auch nichts Gutes erwarten. Vorerst wurde von den meisten der 4.000 Zuschauern in der Albert-Schultz-Halle aber gefeiert, als Latusa 23 Sekunden vor der Schluss-Sirene den Wunsch von den Tribünen nach dem 10. Treffer noch erfüllte.

Latusa war mit drei Treffern auch der Top-Torschütze der Partie. Zunächst glich er die durch Ellick besorgte Innsbruck-Führung aus, Setzinger und wieder Latusa setzten nach. Nach dem Anschlusstor durch Schönberger gingen die ohne Playoff-Chance dennoch motiviert agierenden Tiroler durch Treffer von Ellick und Hansen sogar in Front, ehe Craig im Powerplay den 4:4-Zwischenstand nach dem zweiten Abschnitt besorgte.

Im Schlussdrittel ging es dann aber wirklich rund. Nachdem Werenka im Powerplay und Tropper binnen 81 Sekunden auf 6:4 gestellt hatten, schien bereits eine Vorentscheidung gefallen, doch nur neun Minuten später stand es bereits 7:7. Craig in Unterzahl bzw. Klimbacher, Heikkinen und Dagenais hatten getroffen. Den längeren Atem hatten dann aber doch die Gastgeber. Selmser nach Ideal-Vorlage von Tropper, Wren und eben Latusa machten alles klar.

Salzburg leistete Schützenhilfe für Caps
Spitzenreiter Red Bull Salzburg hat mit einem 3:2 (2:0,1:1,0:1) gegen den HK Jesenice Schützenhilfe für die Vienna Capitals geleistet. Obwohl der Vize-Meister als bereits fest stehender Erster Spieler schonte, reichte es gegen die noch um einen Playoff-Platz kämpfenden Slowenen zum Heimsieg. Jesenice trifft im Entscheidungsspiel um den vierten Tabellenrang nun am Dienstag (19:15 Uhr) zu Hause auf die Capitals.

Vor 2.500 Zuschauern starteten die Hausherren wie aus der Pistole geschossen und lagen in einem körperbetonten Spiel nach Treffern durch Banham (4./PP) und Koch (13.) hochverdient 2:0 voran. Zu Beginn des zweiten Drittels wurden die "Bullen" jedoch nachlässig. In dieser Phase war es Goalie Reinhard Divis, der im Anschluss an die Partie auch zum "Spieler des Tages" gewählte wurde, zu verdanken, dass Salzburg nicht in Bedrängnis geriet.

Nach dem 1:2 durch Pare (31.) drückten die Slowenen auf den Ausgleich, der Teamtorhüter, der erst am Freitag sein Comeback gegeben hatte, erwies sich jedoch als kaum zu bezwingen. Entgegen dem Spielverlauf stellte Andre Lakos mit einen abgefälschten Schlenzer die Zwei-Tore-Führung wieder her (38.). Im Schlussdrittel verkürzte Jesenice durch einen Alleingang von Fox (55.) erneut, die Salzburger brachten den Vorsprung aber mit etwas Glück über die Zeit.

Blackwings sicherten sich dritten Tabellenrang
Der EHC Blackwings Linz hat sich mit einem ungefährdeten 5:2 (1:1,2:1,2:0)-Erfolg über die Graz 99ers den dritten Tabellenrang im Grunddurchgang gesichert. Vor 3.000 Zuschauern feierten die Hausherren im letzten Heimspiel der Vorrunde den dritten Erfolg en suite auf eigenem Eis und besiegten die Steirer auch im achten und letzten Saison-Duell.

Die Gäste konnten eigentlich nur im ersten Drittel gut mithalten, gingen nach einem Power-Play-Tor durch Brule in der 9. Minute sogar in Führung. Allerdings zum einzigen Mal. Knapp zwei Minuten später glich Salfi aus. Dank weiterer Treffer durch Shearer (27. PP), Desmarais (28.), Divis (48.) sowie als Schlusspunkt Baumgartner (60.) ins leere Tor wurde es letztlich ein klarer Erfolg für die Oberösterreicher gegen den Tabellenletzten. Die Linzer mussten dabei nicht voll aus sich herausgehen und konnten schon Kräfte für die kommenden Aufgaben sparen.

In der best-of-five-Halbfinal-Serie treffen die Black Wings nun auf den Tabellen-Zweiten und Titelverteidiger Villacher SV.

KAC beendete Derby-Negativserie mit 2:1-Sieg in Villach
Eishockey-Rekordmeister KAC hat nach 17 Derby-Niederlagen in Folge endlich wieder einen Erfolg gegen den Lokalrivalen Villacher SV gefeiert. Die am vorletzten Tabellenplatz liegenden Klagenfurter besiegten den Meister auswärts nach toller kämpferischer Leistung verdient mit 2:1.

Auf die Tabellenplatzierungen hatte dieses Ergebnis keine Auswirkung mehr, der VSV war zuvor schon als Zweiter festgestanden, die Gäste aus Klagenfurt beenden die Saison als Siebenter.

Die Klagenfurter hielten in der ausverkauften Villacher Stadthalle von Beginn an gut mit und waren aus Kontern stets gefährlich. Die Führung für den KAC durch Jeremy Rebek fiel in Unterzahl. Der Verteidiger traf in der 18. Minute mit einem Schuss von der blauen Linie. Die Villacher, die ohne die verletzten Legionäre Daniel Gauthier und Devin Edgerton nicht so offensivstark wie gewohnt auftraten, glichen im Mitteldrittel durch einen platzierten Schuss von Mickey Elick (31.) aus.

Die Gastmannschaft, die auf Grund der Tabellensituation völlig unbelastet auftreten konnten, spielte aggressiver und ging kurze Zeit nach dem 1:1 wieder in Führung, Warren Norris (33.) nutzte bei Überzahl des VSV eine Unachtsamkeit der Villacher Hintermannschaft. Im letzten Abschnitt fiel trotz etlicher Chancen auf beiden Seiten kein weiterer Treffer, in der Schlussminute ließen die Villacher eine 6:3-Überlegenheit aus.

Der Meister nutze seine zahlreichen Powerplay-Möglichkeiten nicht aus und verlor erstmals seit dem 30. Dezember 2004 wieder ein Kärntner Derby.

Manche Spieler konnten ihre Nerven allerdings nicht in Zaum halten. Kühn und Kirisits gerieten sich dermaßen in die Haare, dass beide mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe vom Eis gestellt wurden. Gilbert Kühn trug ein riesiges Cut auf der Stirn davon (siehe Bild). (apa/red)

12.3.2007 09:52