Mittwoch, 7. März 2007

1:0 in Liverpool war zu wenig: Hinspiel-Niederlage besiegelte Barcelonas Schicksal

  • Rijkaard lobt Team, ist aber trotzdem enttäuscht
  • Mourinho will weiterhin Chelsea-Coach bleiben

Im FC Barcelona ist im Achtelfinale der Fußball-Champions-League erneut der Titelverteidiger vorzeitig gescheitert. Die Spanier gewannen zwar in Liverpool mit 1:0, schieden jedoch nach der 1:2-Niederlage im Hinspiel auf Grund der Auswärtstorregel aus. Barca-Coach Frank Rijkaard fand trotz des Ausscheidens lobende Worte für seine Mannschaft.

Chelsea-Coach Jose Mourinho hatte seinem Team beim 2:1-Heimsieg über Porto mit einer "Kabinenpredigt" neue Motivation gegeben. Mit Valencia und der AS Roma schafften außerdem zwei leichte Außenseiter den Aufstieg ins Viertelfinale. Die Spanier begnügten sich mit einem 0:0-Heimremis gegen Inter Mailand, die Roma feierte gegen "Geheimfavorit" Olympique Lyon einen überraschenden 2:0-Auswärtserfolg.

Rijkaard lobte Kampfgeist und Entschlossenheit von Barca. "Lasst uns nicht vergessen, dass wir das Spiel gewonnen haben. Wir hatten in der ersten Hälfte viel Ballbesitz, aber sie haben gut verteidigt und es war für uns deshalb schwierig vor dem Tor Gefahr zu erzeugen. Ich muss der Mannschaft gratulieren", meinte der Niederländer. "Unser Schicksal war die 1:2-Niederlage in Camp Nou."

Rijkaard: "Ist schon sehr enttäuschend"
Das Aus sei für den Tabellenzweiten der spanischen Primera Division, der zuletzt auch in der Meisterschaft eine 1:2-Pleite bei Tabellenführer Sevilla hinnehmen musste, nicht das Ende der Saison. "Aber es ist schon sehr enttäuschend", gab Rijkaard zu, dessen Aufstellung des Sturmtrios Ronaldinho, Eto'o und Messi nicht den erhofften Erfolg brachte.

Die spanischen Medien gewannen der Leistung wenig Positives ab. "Barcelona verliert an der Anfield Road seinen Zauber. Rijkaards Offensivtaktik erweist sich als Fehlschlag", schrieb "El Periodico". "The End - Anfield Road wird zu Barcas Grab. Die Torstangen und ein großartiger Victor Valdes verhinderten, dass Barcelona eine Packung bekam", war in "El Mundo Deportivo" zu lesen.

"Für jeden Gegner gewappnet"
"Ich habe mein Team gut eingestellt und wir hätten es uns bei mehr als einer Aktion verdient ein Tor zu erzielen. Nach dem 0:1 sind wir dann unter Druck gekommen", resümierte Liverpool-Trainer Rafael Benitez stolz. "Wir haben ein Zeichen gesetzt, da wir gegen die beste Mannschaft der Welt aufgestiegen sind. Jetzt sind wir für jeden Gegner gewappnet. Der Erfolg gibt uns sehr viel Selbstvertrauen", machte Kapitän Steven Gerrard deutlich.

Chelsea wäre im Achtelfinalduell mit Porto zur Pause nach einem 0:1-Rückstand ausgeschieden gewesen. Tore von Robben und Ballack sicherten der Mourinho-Elf aber doch noch den Aufstieg. "Das Spiel war bis zur letzten Sekunde offen. Wir waren in der zweiten Hälfte zwar dem Tor näher, aber immer wenn sie den Ball hatten, waren sie auch gefährlich."

Die Champions League sei nun vollkommen offen. "Mit Porto und Barcelona sind zwei der letzten drei Champions ausgeschieden, Inter und das Superteam Lyon sind out. So ist der Bewerb", meinte Mourinho, der wiederholte, seinen bestehenden Kontrakt bis 2010 erfüllen zu wollen. "Chelsea hat ein Projekt, das Team bis zum Jahr 2014 zum besten von Europa zu machen. Wir haben erst 2007, also habe ich noch viel Arbeit vor mir."

(apa)

7.3.2007 11:56