Das Rennen ist eröffnet: Erstes Jahr nach Schumacher bringt die Fahrt ins Ungewisse
- Ferraris sind im Auftaktrennen in Melbourne Favorit
- McLaren erste Herausforderer - Renault, Honda stark
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Alle 17 Rennen: Von Australien bis Brasilien

Die Karten sind neu gemischt. Selten vor einer Formel-1-Saison waren Prognosen so schwierig wie vor jener, die am Sonntag mit dem Grand Prix von Australien in Melbourne beginnt. Glaubt man den abschließenden Tests in Bahrain, so sind die Ferraris von Felipe Massa und Kimi Räikkönen zu favorisieren. Doch auch Doppelweltmeister Fernando Alonso werden Chancen eingeräumt, gleich sein erstes Rennen für sein neues Team McLaren-Mercedes für sich zu entscheiden.
"Wir sind bereit für den Sieg", versicherte Alonso, der schon im vergangenen Jahr im Renault in Melbourne triumphiert hatte. "Ich bin hier immer sehr gut gefahren, aber die ersten Rennen werden sehr offen sein", meinte der 25-jährige Spanier, der auf dem 5,3 Kilometer langen Kurs im Herzen der Metropole einen Grundstein zum WM-Hattrick legen will. Seit dem legendären Juan Manuel Fangio 1957 hat kein Fahrer mehr in verschiedenen Teams in aufeinander folgenden Jahren den Titel geholt. "Ich will zumindest darum kämpfen", betonte Alonso.
Wie im Vorjahr fährt die Gefahr in Rot. Hatte 2006 noch der zurückgetretene deutsche Rekordchampion Michael Schumacher den Spanier bis zum Saisonfinale gefordert, so dürften es dieses Jahr Räikkönen und Massa sein.
Die Ferraris sind auch im Albert Park von Melbourne der erklärte Favorit, sollte das Wetter am Wochenende halten. Nach bis zu 34 Grad am Donnerstag sagten Metrologen für Freitag einen Temperatursturz auf 24 Grad und für Samstag sogar Regen voraus, der sich bis zum Rennsonntag legen sollte.
Regen als möglicher Spielverderber
Regen würde aus dem Saisonauftakt eine Lotterie machen und die Chancen von aussichtsreichen Außenseiterteams wie BMW-Sauber erhöhen - wohl auch jene für Williams, wenngleich sie der Österreicher Alexander Wurz vor seinem F1-Comeback realistisch betrachtet: "Die vier Topteams sind klar vor uns." Für das vierte, nämlich Renault, soll Giancarlo Fisichella die Kohlen aus dem Feuer holen, wenngleich der Italiener zugibt, dass das Weltmeisterteam der beiden vergangenen Jahre ohne Alonso noch ein bisschen Rückstand hat.
Noch größeren Rückstand hat offenbar Honda. "Wenn wir in die Punkteränge fahren, dann müssen wir schon zufrieden sein", meinte der österreichische Testfahrer Christian Klien. Dabei hatte sich der im Design des Planeten Erde antretende Rennstall eine konstante Saison zum Ziel gesetzt. "Der Rückstand ist schnell aufzuholen", meinte Klien. Auch das zweite budgetstarke japanische Werksteam, Toyota, war im Winter erneut hinter den Erwartungen zurückgeblieben.
Rookies könnten voll einschlagen
Hohe Erwartungen setzt die Formel 1 hingegen in die Debütanten Lewis Hamilton, Heikki Kovalainen und Adrian Sutil (GER). Während letzterer im neuen niederländischen Rennstall Spyker wohl nicht um die Punkteränge mitfahren dürfte, gehen der Engländer Hamilton und der Finne Kovalainen für die Topteams McLaren bzw. Renault ins Rennen. "Heikki kann ein echter Star werden", meinte Renault-Teamchef Briatore. Vom erst 22 Jahre alten Hamilton ganz zu schweigen.
Ziel des österreichisch-englischen Teams Red Bull Racing, das mit dem zweifachen Melbourne-Sieger (1997, 2003) David Coulthard und Lokalmatador Mark Webber das älteste Fahrer-Duo ins Rennen schickt, sind zum Auftakt WM-Punkte.
Davon darf das Zweitteam Scuderia Toro Rosso zum Saisonauftakt wohl nur träumen, dennoch schwelt weiterhin die Diskussion um den Einsatz von Kundenautos in der Formel 1. Die Konkurrenz stößt sich an der Ähnlichkeit des Toro Rosso mit Red Bull und damit der fehlenden Eigenentwicklung.
(apa/red)
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