Samstag, 10. März 2007

Keine Empfehlung für Atomenergie in UN- Klimastudie: Aber Variante für Klimaschutz

  • Atomenergie geeignet, um Klimawandel zu begrenzen

Die für Anfang Mai angekündigte dritte UN-Klimastudie enthält keine ausdrückliche Empfehlung für den Einsatz von Atomenergie. Dies berichtete die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf einen Entwurf, der den Regierungen zugeleitet wurde. In dem UN-Papier werde die Atomenergie allerdings neben erneuerbaren Energien als eine Variante genannt, die geeignet sei, den Klimawandel zu begrenzen.

Der parlamentarische Staatssekretär im deutschen Umweltministerium, Michael Müller, sagte der Zeitung, die Bundesregierung sehe sich damit in ihrer Haltung zur Atomenergie bestätigt: "Wir werden die Zukunft nur gewinnen, wenn wir Effizienzstrategien entwickeln und den Ausbau von erneuerbaren Energien vorantreiben. Ein Rückfall in alte Denkstrukturen, in deren Zentrum die Atomenergie steht, wäre fatal", sagte Müller.

Die dritte UN-Studie beschäftigt sich vor allem mit den wirtschaftlichen und technologischen Aspekten des Klimawandels. Der "Welt am Sonntag" zufolge heißt es darin, dass der Ausstoß aller Treibhausgase wie Kohlendioxid oder Methan von 1970 bis 2004 weltweit um insgesamt 70 Prozent angestiegen sei. Für sich betrachtet habe die Menge an Kohlendioxid in dieser Zeit sogar um 80 Prozent zugenommen.

Würden sich die umweltpolitischen Rahmenbedingungen nicht ändern, werde der Ausstoß von Klimakillern in der Zeit von 2000 bis 2030 nochmals um bis zu 90 Prozent zunehmen, warnen die UN-Wissenschaftler demnach. Zwei Drittel bis drei Viertel dieses Anstiegs würden durch die heutigen Wachstumsländer wie China verursacht.

Die dritte UN-Klimastudie enthalte zudem genaue Zahlen darüber, mit welchem finanziellen Einsatz welche Klimaschutzziele zu erreichen seien, berichtete die Zeitung weiter. Allein durch eine Senkung des Energieverbrauchs, also ohne zusätzliche Investitionen, ließen sich sechs Gigatonnen Kohlendioxid pro Jahr einsparen, heiße es in dem Entwurf für die Regierungen. (apa/red)

10.3.2007 19:26