Massiver CO2-Zuwachs: Klimasünder
Österreich liegt weit über Kyoto-Ziel
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Im Klimaschutz ist Österreich eines jener Länder, das sich von seiner Kyotoverpflichtung rascher entfernt, als es diese einhalten kann: Wie aus einer Aufstellung des World Ressources Institute (WRI) hervorgeht, lag man mit der heimischen Bilanz im Jahr 2003 auf Platz neun jener Kyoto-Staaten, die den größten CO2-Zuwachs seit 1990 hatten. Insgesamt haben 168 Staaten das Protokoll ratifiziert.
Auch in den Jahren darauf hat sich der heimische Status weiter verschlechtert: Wie aus dem jüngsten Umweltbundesamt-Bericht zum Ausstoß von Treibhausgasen hervorgeht, lag Österreich 2005 bei 93,2 Mio. Tonnen, was einen neuen Rekord und einen Zuwachs von 18,1 Prozent gegenüber 1990 bedeutet. Damit liegt Österreich um rund 31,1 Prozent über dem Kyoto-Ziel, das im Durchrechnungsraum von 2008 bis 2012 erreicht werden muss.
Im Entwurf der neuen Klimastrategie ist unter anderem vorgesehen, die Lücke verstärkt mit Investitionen in Joint Implementation/Clean Development Mechanism (JI/CDM) zu schließen. Bei diesen Zertifikatszukäufen im Ausland werden umweltfreundliche Technologien in anderen Ländern gefördert und der heimischen Bilanz angerechnet.
Allen großen Sektoren werden im Entwurf höhere Verschmutzungsrechte zugestanden als in der alten Klimastrategie: Am schwärzesten sehen die Autoren bei der Industrie, der gegenüber der Klimastrategie 2002 gleich 2,15 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente mehr zugestanden wurde. Einen hohen Zuwachs verbucht auch der Verkehr, wo zwei Millionen Tonnen mehr ausgestoßen werden dürfen als in der alten Klimastrategie.
Pröll will das heimische Kyoto-Ziel trotzdem halten: Unter anderem soll dies mit einer Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs und einer Erhöhung der Biospritbeimischung auf 10 Prozent bis 2010 erhöhen. (apa)
