Frankreich wählt: Sarkozy will Ministerium für Einwanderung und nationale Identität
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Nicolas Sarkozy ist wegen der Forderung nach einem Ministerium für Einwanderung und nationale Identität unter heftigen Beschuss geraten. Liberale und linke Politiker warfen dem französischen Innenminister und Präsidentschaftskandidaten vor, bei den Rechtsextremen auf Stimmenfang zu gehen. "Er hat eine Grenze überschritten", sagte der Kandidat der Zentrumspartei UDF, François Bayrou.
UMP-Kandidat Sarkozy, dessen Vorsprung vor Bayrou und der sozialistischen Kandidatin Ségolène Royal sechs Wochen vor der ersten Wahlrunde zusammengeschmolzen ist, erläuterte seine Ausländerpolitik am Donnerstagabend in einer Fernsehsendung. Bei seiner Wahl würde er den Familiennachzug von Einwanderern erschweren, erklärte er im Kanal France 2. Ins Land kommen dürfe nur, wer wenigsten bruchstückhaft Französisch spreche. "Sonst kann man sich nicht integrieren." Aus einem Ministerium für Einwanderung, das Sarkozy schon seit Monaten vorschlägt, will er nun ein Ministerium für Einwanderung und nationale Identität machen.
Flirt mit Rechtsextremisten?
Sarkozy flirte mit den Parolen der Front National von Jean-Marie Le Pen, sagte der Chef der sozialistischen Partei PS, François Hollande. In dem Vorstoß zeige sich Sarkozys Scheitern: Seit fünf Jahren sei dieser Innenminister. "Und jetzt, mitten im Wahlkampf, kündigt er ein neues Ministerium an", sagte Hollande dem Radiosender France-Info.
Zentrumskandidat Bayrou warf Sarkozy eine unzulässige Verknüpfung von Einwanderung und nationaler Identität vor. Dies habe vor seit langem kein Politiker mit Verantwortung getan, sagte er auf Europe-1.
(apa/red)
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