Gedenken an Terror von Madrid: Spanier trauern um die 191 Toten der Anschläge!
- Dritter Jahrestag: Königsfamilie weihte Denkmal ein
- Wunden der Opfer nicht verheilt: Psychische Folgen

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Am dritten Jahrestag der islamistischen Terroranschläge von Madrid hat Spaniens König Juan Carlos ein Denkmal zu Ehren der Opfer eingeweiht. Zu der Enthüllung des elf Meter hohen gläsernen Monuments in der Nähe des Bahnhofs Atocha waren neben Juan Carlos und Königin Sofia auch Spaniens Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero und weitere Regierungsmitglieder sowie Angehörige der Anschlagsopfer gekommen.
Am Fuße des Denkmals in Form eines Zylinders aus Glasbausteinen auf dem Bahnhofsvorplatz wurden zwei Kränze niedergelegt. Auf Ansprachen wurde verzichtet. Mit drei Schweigeminuten erinnerten die Versammelten an die 191 Menschen, die bei den Anschlägen auf vier Pendlerzüge am 11. März 2004 ums Leben kamen.
Im Innern des Denkmals sind tausende Trauer- und Beileidsbotschaften eingraviert, die Menschen nach den Anschlägen im Bahnhof von Atocha niedergelegt hatten. Den Madrider Bahnhof hatten alle vier Züge durchfahren, in denen Sprengstoff gezündet wurde. Vor fast einem Monat hatte der Prozess gegen die mutmaßlichen Attentäter und ihre Komplizen begonnen. Den sieben Hauptverdächtigen drohen insgesamt 270.600 Jahre Haft.
An den Orten des Verbrechens erinnert heute nichts mehr an den Horror von damals. In den Bahnhöfen Atocha, El Pozo und Santa Eugenia herrscht Berufsverkehr wie eh und je. Die meisten Wagen der damaligen "Todeszüge" sind längst wieder in Betrieb.
Während die Madrider Bevölkerung das Grauen verarbeitet hat und zur Normalität zurückgekehrt ist, sind die Wunden der Opfer längst nicht verheilt. Vor allem die psychischen Folgen wirken nach. 34 Prozent der Verletzten leiden drei Jahre später noch immer an Stresssymptomen, 24 Prozent an Depressionen, 21 Prozent an Platzangst und zwölf Prozent an Angstgefühlen.
Nur relativ wenige Verletzte nahmen es auf sich, den Prozess gegen die mutmaßlichen Terroristen zu besuchen. Die Verhandlungen vor dem Nationalen Gerichtshof lassen nach den ersten drei Wochen nur wenige Rückschlüsse zu. Die 29 Angeklagten wiesen die Vorwürfe zurück und erklärten, mit den Anschlägen nichts zu tun gehabt zu haben. Einige von ihnen beantworteten nur die Fragen ihrer Verteidiger, nicht aber die der Staatsanwaltschaft und der Nebenkläger. Die Aussagen eines Ermittlers der Polizei machten deutlich, dass die Anschläge möglicherweise hätten verhindert werden können, wenn Spanien damals die Gefahr des islamistischen Terrors ernster genommen hätte.
Ein großer Teil der Angeklagten war der Polizei nämlich schon vor den Anschlägen bekannt gewesen, teils wegen krimineller und teils wegen islamistischer Umtriebe. Damals konzentrierten sich die Verantwortlichen jedoch mehr auf die Gefahr von Anschlägen der baskischen Untergrundorganisation ETA. In der spanischen Politik hat sich daran heute wenig geändert: Die großen Parteien scheinen seit Wochen kein anderes Thema zu kennen als die Frage, wie lange ETA-Terroristen in Haft bleiben sollen.
(apa)
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