Irak-Sicherheitskonferenz in Bagdad: Maliki
wanrt vor terroristischem Flächenbrand
- Ende der ausländischer Einmischung gefordert
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Zum Auftakt einer internationalen Sicherheitskonferenz in Bagdad hat der irakische Regierungschef Nuri al-Maliki vor einem terroristischen Flächenbrand gewarnt und die ausländischen Mächte aufgefordert, ihre Unterstützung für die Aufständischen in seinem Land einzustellen. In der Nähe des Tagungszentrums schlugen mehrere Granaten ein. Bei einer Explosion in einem schiitischen Vorort Bagdads kamen mindestens zwanzig Menschen ums Leben.
"Der gleiche Terror, der den Irak bedroht, ist auch eine Gefahr für die Nachbarstaaten und unsere anderen Partner", sagte der Premier. Daher sei es auch im Interesse der Nachbarn, eine konstruktive Rolle bei der Suche nach einem Ausweg aus der Krise im Irak zu spielen. "Wir bitten alle Länder der Region und darüber hinaus, ihre Einmischungen und die Unterstützung bestimmter Konfessionen, Ethnien und Gruppen im Irak zu unterlassen", sagte Maliki. Er prangerte finanzielle und logistische Hilfe, Waffenlieferungen und die Entsendung von Kämpfern als Mittel der Einflussnahme an.
Die Konferenz fand im Gebäude des Außenministeriums statt und nicht, wie von irakischen Beobachtern zunächst erwartet, in der von irakischen und amerikanischen Soldaten abgeriegelten "Grünen Zone" im Herzen der Hauptstadt. Für Gegner der US-Militärpräsenz im Irak ist die "Grüne Zone" ein "Ort der Besatzung", den sie nicht betreten. An der Konferenz nahmen neben den Vertretern der Nachbarstaaten auch Repräsentanten der Arabischen Liga und der fünf ständigen Mitglieder des UNO-Sicherheitsrates teil.
Der irakische Außenminister Hoshyar Zebari betonte, sein Land dürfe nicht zu einem Schlachtfeld anderer Staaten werden, die dort ihre offenen Rechnungen begleichen wollten. Die USA, die 141.000 Soldaten im Irak stationiert haben, werfen Teheran und Damaskus vor, Extremisten im Irak zu unterstützen. Der scheidende US-Botschafter im Irak, Zalmay Khalilzad, hatte am Freitagabend angedeutet, dass die USA bilaterale Gespräche mit dem Iran über die Sicherheitslage im Irak führen könnten. Sein Land sei zu einem Treffen bereit, falls sich dies als nützlich erweisen sollte, sagte Khalilzad. US-Senatoren hatten ein Übergreifen des Irak-Krieges auf die Nachbarländer Iran und Syrien befürchtet, sollte die US-Armee Extremisten über die Grenzen hinweg verfolgen. US-Präsident George W. Bush hatte angekündigt, "den Strom der Unterstützung zu unterbrechen" und die Netzwerke zu zerstören, die Waffen in den Irak lieferten.
EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner hat auf die Notwendigkeit hingewiesen, einen Prozess in Gang zu setzen, der zur Versöhnung im Irak führe. Dazu seien die Nachbarn, vor allem Syrien und der Iran, "enorm wichtig", sagte sie am Samstag im Deutschlandradio Kultur. Man müsse die einzelnen Bevölkerungsteile, Sunniten, Schiiten, Kurden zusammenführen. "Außerdem muss vor allem der Einfluss, der von außen ausgeübt wird und der bisher negativ war, zurückgedrängt werden", unterstrich sie. (apa/red)
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