Donnerstag, 8. März 2007

Fötus in Italien überlebt Abtreibung: Neue politische Debatte am Apennin entbrannt

  • 5 bis 6 Monate altes Kind kämpft um sein Leben

In Italien ist eine heftige Debatte um den Fall einer jungen Frau ausgebrochen, die sich zu einem Schwangerschaftsabbruch entschlossen hatte, nachdem die Ärzte bei ihrem Fötus eine schwere Missbildung diagnostiziert hatten. Der Fötus wurde abgetrieben, überlebte jedoch die Operation.

Das vollkommen gesunde Kind, das knapp 25 Zentimeter lang und 500 Gramm schwer ist (5.-6. Monat), kämpft im Krankenhaus Careggi im Norden von Florenz um sein Leben. Der Leitung des Krankenhauses droht nun eine Klage wegen gravierender Fehler bei der Diagnostik. Gesundheitsministerin Livia Turco leitete eine Untersuchung ein.

Die Ärzte bezweifeln, dass man das Kind wird retten können. Es leide an schweren Atmungsproblemen und es sei schwierig, das Kind zu ernähren. "Sein Zustand ist sehr ernst", sagte der Leiter des Krankenhauses, Paolo Morello.

Die vatikanische Tageszeitung "L'Osservatore Romano" sprach von dem "Wunder eines Kindes, das die Welt töten wollte".

Verbände, die für die Abschaffung des Abtreibungsgesetzes kämpfen, forderten das Parlament auf, sich wieder mit dem Thema zu befassen. Man müsse das Gesetz revidieren, das seit den siebziger Jahren in Italien den Schwangerschaftsabbruch bei schweren Missbildungen auch über den dritten Schwangerschaftsmonat hinaus ermöglicht.

(apa/red)

8.3.2007 10:56