Dienstag, 13. März 2007

Bei Besuch in Guatemala: Bush wurde mit Einwanderungsproblematik konfrontiert

  • Wieder Tausende bei Demos gegen US-Präsidenten
  • Mayatempel von Bushs "schlechtem Geist" gereinigt

Proteste gegen US-Präsident George W. Bush bestimmen weiter dessen Reise durch Lateinamerika. Bei seiner Ankunft in Merida auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan marschierten gut 200 Demonstranten durch die Straßen und brandmarkten Bush mit Blick auf den Irak-Krieg als "unwillkommenen Mörder".

Kritik an der US-Politik dominierte auch eine Pressekonferenz in Guatemala-Stadt. Hier musste sich Bush kritische Fragen zur amerikanischen Einwanderungspolitik und zu Abschiebungen anhören.

Angesprochen auf eine kürzliche Razzia im US-Staat Massachusetts, bei der gut 300 Beschäftigte eines Lederwarenherstellers - zumeist Arbeiter aus Guatemala und El Salvador - aufgegriffen wurden, sagte Bush: "Die USA werden ihren Gesetzen Geltung verschaffen." Es sei ein Verstoß gegen US-Recht, jemanden zu beschäftigten, der illegal ins Land gekommen sei. Gesetzesänderungen in einigen strittigen Punkten würden jedoch erwogen.

Der guatemaltekische Präsident Oscar Berger erklärte, sein Land hätte eine "klarere und positivere Antwort bevorzugt - und nicht weitere Abschiebungen". Ähnliche Kritik wurde auch von mexikanischer Seite erwartet. Präsident Felipe Calderon wollte nach Verlautbarungen vor allem den gut 1.000 Kilometer langen Grenzzaun zischen den beiden Nachbarländern ansprechen. Auch der Drogenhandel wird in Lateinamerika nicht nur als Problem der Anbauer, sondern ebenso als Angelegenheit der Vereinigten Staaten betrachtet.

Parallel zu den Gesprächen wurden neue Proteste erwartet. Dem entsprechend gab es in Merida scharfe Sicherheitsvorkehrungen. Schulen blieben den ganzen Tag geschlossen.

Gerardo Fernandez von der linksgerichteten Demokratischen Revolutionspartei (PRD) wollte Bush einen Sack voller Plastiksoldaten überreichen - "damit er Krieg spielen kann und den Rest der Welt in Ruhe lässt". Er wurde jedoch nicht ins Hotel des Präsidenten vorgelassen und warf seinen Sack schließlich über einen Zaun auf das Gelände.

Kultstätte wird von Bushs "schlechtem Geist" gereinigt
Die Erben der Maya-Kultur in Guatemala wollen die uralte Kultstätte von Iximche vom "schlechten Geist" und der "negativen Energie" von US-Präsident George W. Bush reinigen. Rund 50 Einwohner aus der Nähe der Maya-Stätte, 90 Kilometer westlich von Guatemala-Stadt, gelobten nach dem Besuch von Bush und seiner Frau Laura in Iximche, sie würden dazu ein altes Reinigungsritual vollziehen.

(apa/red)

13.3.2007 14:25