Mittwoch, 7. März 2007

Kandidat fix: "Zeit"-Herausgeber Naumann soll für Hamburger SPD Wahl gewinnen!

  • 65-Jähriger soll krisengeschüttelte Landespartei einen

"Zeit"-Herausgeber Michael Naumann soll die krisengebeutelte Hamburger SPD zum Erfolg bei der Bürgerschaftswahl 2008 führen. Die Findungskommission sprach sich einstimmig für den früheren deutschen Kultur-Staatsminister als Spitzenkandidat aus. Naumann selbst habe sich zur Kandidatur bereit erklärt, sagte SPD-Sprecher Bülent Ciftlik.

Für das Amt des SPD-Landesvorsitzenden hat die Kommission den Bürgerschaftsabgeordneten und stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Ingo Egloff vorgeschlagen. Naumann und Egloff sollen am 24. März auf einem außerordentlichen Landesparteitag gewählt werden.

SPD-Chef Kurt Beck begrüßte die Nominierung Naumanns. "Michael Naumann ist der richtige Mann für Hamburg", erklärte Beck. Mit Naumann als erstem Bürgermeister könne die Metropole ihre Chancen nutzen, sich als moderner Standort für Medien und Kultur weiterzuentwickeln und Arbeitsplätze zu schaffen, erklärte der SPD-Vorsitzende.

Bleibt Naumann "Zeit"-Herausgeber?
Nach Angaben des Zeit-Verlages ist noch nicht klar, ob Naumann im Falle einer erfolgreichen Nominierung auf dem Landesparteitag Mitherausgeber der Wochenzeitung bleiben wird. Zu den Herausgebern des Blattes zählen neben Naumann noch der deutsche Altkanzler Helmut Schmidt (SPD) und Josef Joffe.

Mit der Benennung Naumanns und Egloffs hat die Hamburger SPD einen ersten Schritt aus ihrer schweren Führungskrise gemacht, in die sie in den letzten Wochen gestürzt war. Vor einer Woche war der Landesvorstand geschlossen zurückgetreten, nachdem bei einer parteiinternen Abstimmung über die Spitzenkandidatur für 2008 knapp 1000 Briefwahlstimmen verschwunden waren. Die Wahl, bei der der Landesvorsitzende Mathias Petersen und seine Stellvertreterin Dorothee Stapelfeldt gegeneinander angetreten waren, wurde abgebrochen und annulliert.

Nachdem Petersen und Stapelfeldt ihre Ambitionen auf die Spitzenkandidatur zurückgezogen hatten, suchte die SPD eine Woche lang nach einem geeigneten und willigen Kandidaten. Doch ein Genosse nach dem anderen winkte ab, darunter der Parlamentarische Geschäftsführer der Bundestagsfraktion, Olaf Scholz. Am Montagabend sagte schließlich für viele überraschend auch der Ex-Bürgermeister Henning Voscherau ab. (apa)

7.3.2007 17:03